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Pressestimmen: Die logistischen Fahrzeuge der RMMV – hochmobil und einsatzerprobt

"Logistik ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Logistik":
Moderne, hochmobil operierende Streitkräfte bleiben darauf angewiesen, dass der „Nachschub rollt“. Vor 40 Jahren setzte die Bundeswehr mit ihren LKW der Zweiten Generation ("KAT I") weltweit Maßstäbe. Die aktuellen Fahrzeuge der HX- und SX-Baureihen aus dem Hause Rheinmetall-MAN Military Vehicles (RMMV) gehören weltweit zu den Fahrzeugtypen mit der höchsten Einsatzerfahrung und basieren konsequent auf den 40 Jahren Erfahrung in Entwicklung, Bau und Betreuung militärischer Fahrzeuge.

MULTI A4 FSA im ISAF-Einsatz (Foto: Bundeswehr)

MULTI A4 FSA im ISAF-Einsatz (Foto: Bundeswehr)

Zentrale Merkmale militärischer Nutzfahrzeuge sind Mobilität, Robustheit, Vielseitigkeit und Funktionalität. Sie müssen selbst bei widrigsten Straßenverhältnissen und in schwerstem Gelände zurechtkommen. Daneben gehören auch flexibel zurüstbare Schutzlösungen zu den Anforderungen an heutige Transport-, Führungs- und Funktionsfahrzeuge. Sowohl die auf handelsüblicher Technologie beruhenden, aber speziell weiterentwickelte Fahrzeuge der TG mil Reihe, als auch im Besonderen die Military off the Shelf-Familien der HX- und SX-Baureihen der RMMV werden allen diesen Ansprüchen gerecht.

Military off the Shelf

Im Gegensatz zu vielen anderen vergleichbaren Fahrzeugen handelt es sich bei den HX- und SX-Fahrzeugen um Military-off-the-Shelf (MOTS)-Produkte. Sie nutzen erprobte und zuverlässige modifizierte Großserienkomponenten und wurden speziell auf militärische Bedürfnisse ausgelegtentwickelt, so dass sie maßgeschneiderte Militärfahrzeuge darstellen. Beispiele sind die spezielle Kühleranordnung, Watfähigkeit von 1,5 Metern und Motoren mit voller F34-Verträglichkeit. Von vornherein sind diese Trucks nicht nur auf höchste Robustheit, Nutzlast, Mobilität (bis 16.00R20 Bereifung) und Geländegängigkeit ausgelegt, sondern serienmäßig gemäß STANAG auch auf Einsatzbereiche bei Temperaturen von -32°C bis +49°C Grad Celsius. Sie können aber auch auf jegliche anderen klimatischen Bedingungen angepasst werden, so ist für etliche Fahrzeuge ein Artic-Kit für Temperaturen bis -46°C erhältlich. Weiterhin besteht die Möglichkeit, ohne große Umbaumaßnahmen passive sowie aktive Schutzlösungen zu zurüsten, oder C4I Systeme einzurüsten. Die Fahrzeuge erfüllen selbstverständlich militärische EMV Anforderungen.

Rückblick: KAT I

Die HX- und SX-Fahrzeuge haben ihre Wurzeln in den 1970er Jahren. Am 4. Dezember 1975 beauftragte das damalige Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) MAN mit dem Entwicklungsprojekt einer LKW-Folgegeneration, den "LKW KAT I mil gl" (Kategorie I, militarisiert und geländegängig). Sie sollten den Kampfpanzern im Gelände folgen können und mussten somit die Mobilitätsklassifizierung A gemäß des Trierer Modells erreichen. Zwischen 1976 und 1982 liefen diese Fahrzeuge zu. Es gab Zuladungsklassen zwischen fünf und zehn Tonnen. Als Kurzbezeichnung setzten sich die Begriffe "5-, 7- und 10-Tonner" durch, die überwiegend als Transportfahrzeuge zum Einsatz kamen und noch heute gewissenhaft Ihre Pflicht erfüllen.

Veränderte Anforderungen und neue Waffensysteme erforderten zwischen 1987 und 1993 eine weiterentwickelte Fahrzeuggeneration KAT IA1. Diese Fahrzeuge sind auch als "dritte Generation" bekannt. Die weiterhin durch KHD-Motore angetriebenen Fahrzeuge mit den Zuladungsklassen zwischen fünf und 15 Tonnen kamen in unterschiedlichen Varianten als Systemträger für Schwimmfaltbrücke, Faltfestbrücke, Faltstraße sowie als Trägerfahrzeuge für die Flugabwehrsysteme Roland und Patriot zur Verwendung.

An der Front des "Kalten Krieges" eingesetzt und stetig weiter entwickelt, bewähren sich diese Transport- und Spezialfahrzeuge bei der Bundeswehr bis heute im täglichen Einsatz. Die SX-Familie machte auch den Wandel der Bundeswehr von der Verteidigungs- zur Einsatzarmee mit – ob bei den Einsätzen in Somalia, auf dem Balkan oder in Afghanistan, die hochmobilen LKW KAT I mil gl bilden bis heute das Rückgrat der taktischen Logistik. Heute verfügt die Bundeswehr noch über 3.000 bis 3.500 Exemplare der KAT I-Baureihen. Ab 2016 ist die vierte Werksinstandsetzung geplant, womit sich eine Lebensdauerverlängerung der Fahrzeuge von über 40 Jahren ergibt. Diese Zahl macht sowohl die Qualität wie auch Robustheit der Fahrzeugfamilie KAT I deutlich, die Soldaten generationsübergreifend noch heute schätzen.

Zwischen 1994 und 2001 erhielt die Bundeswehr Fahrzeuge der KAT IA1.1. Hierbei handelte es sich um die ungeschützte Serie mit der Ausstattung "Mechanisierte Umschlag-, Lager- und Transport Integration (MULTI)".

KAT IKAT I^A1KAT I A1.1
Auslieferung1976 - 19821987 - 19931994 - 2001
MotorKHDKHDMAN (wassergekühlt)
4x43.170200 -
6x62.160185127
8x82.345800452

Aktuelle Modelle

Schwere, geschützte Sattelzugmaschine (SLT 2 70t FSA) auf Basis HX81.

Schwere, geschützte Sattelzugmaschine (SLT 2 70t FSA) auf Basis HX81.

MULTI A3 FSA und MULTI A4 FSA (Fahrzeugschutzausstattung) auf SX 45-Basis bilden derzeit den geschützten und hochmobilen Fuhrpark der deutschen Nachschubtruppe in den Einsätzen. Der ab 2009 in Stückzahl 157 an die Truppe ausgelieferte SX45 MULTI A4 FSA bewährte sich unter anderem im Afghanistan-Einsatz und wird bei den Soldaten geschätzt. Als Aufbau steht zum Beispiel ein aufziehbarer Container mit identischem Schutzniveau zum Fahrzeug für den sicheren Personentransport (MuConPers) von 18 Soldaten zur Verfügung.

Ein weiteres Beispiel für das MOTS-Konzept ist die schwere, geschützte Sattelzugmaschine (SLT 2 70t FSA) Mammut auf Basis des HX81. Mit der Bundeswehr ab 2009 entwickelt und erprobt, lieferte RMMV ab 2012 zwölf Stück aus. 2015 erteilte die Bundeswehr einen Folgeauftrag über weitere sieben Stück. Der Mammut zeichnet sich durch sein hochgeschütztes Fahrerhaus mit vier Sitzplätzen, die fernbedienbare Waffenstation FLW100 und durch ein zulässiges Zuggesamtgewicht von 130 Tonnen aus. Die geländegängigen Auflieger stammen von der Firma Doll aus Oppenau und eignen sich zum Transport aktuell genutzter Kampfpanzer.

Das Projekt Ungeschützte Transportfahrzeuge (UTF)

Unter der Abkürzung UTF(Ungeschützte Transportfahrzeuge) plant die Bundeswehr die Regeneration ihrer KAT I-Fahrzeuge. Hierfür bietet RMMV seine neueste HX Fahrzeuggeneration an, deren konsequente Weiterentwicklung aus neuen Anforderungen und Einsatzergebnissen basiert.

Stets dem bewährten MOTS-Ansatz folgend, werden aktuell die Motoren auf bis zu 540 PS Leistung ausgelegt. Das wesentliche Entwicklungsziel war jedoch die nachhaltige Auslegung des Fahrgestells zur Tragfähigkeit von Schutzausstattung. Mit der höchsten Vorderachslast in seiner Klasse ist das Fahrzeug in der Lage, noch besser geschützte und ausgestattete Fahrerhäuser für bis zu drei Personen aufzunehmen. Die Fahrerkabine kann nachträglich modular geschützt werden, oder alternativ gegen eine in sich geschützte Kabine nebst optionalen ABC-Schutzbelüftungsanlage getauscht werden. Die Kabinen können weiterhin mit integrierten Führungs- und Informationssystemen, Anbindungen für Soldatensysteme, fernbedienbaren Waffenstationen, Jammern oder Schnellnebelschutzsystemen (z. B. "ROSY") ausgerüstet werden. Auch das abstandsaktive Hardkill-Schutzsystem ADS ließe sich einrüsten. Damit wäre das Fahrzeug mit einem aktiven RPG-Schutz ausgestattet.

Warum HX?

Der HX repräsentiert schon heute den Kern einer weltweit einsetzbaren Flotte hochmobiler und bei Bedarf geschützer Transportfahrzeuge. Weltweit befinden sich bisher rund 10.000 Exemplare im Einsatz. Aktuell gehören unter anderem Großbritannien, Dänemark und Neuseeland zum Nutzerkreis. Australien, ebenso wie Schweden und Norwegen, haben bereits Aufträge in nennenswerten Größen bei RMMV platziert. Die HX-Familie gibt es in den Varianten 4x4 bis 10x10. Ob Cargo-, Tanker, Bergeabschleppfahrzeug, Systemträger, Faltstraße oder Brückenleger – alles ist möglich. Damit eignet sich der HX in allen Belangen auch als legitimer KAT I-Nachfolger für die Bundeswehr.

Aus dem Fahrzeugfamiliengedanken resultiert eine weitgehend identische Bedienung, Wartung, Instandsetzung sowie Ersatzteilgleichheit und damit geringe Life Cycle Costs. Darüber hinaus bietet RMMV auch Service aus einer Hand an. Vom 1st- bis zum 4th-level-Support ist alles möglich, auch in den Einsatzgebieten. Mit seinen Fahrzeug-Baureihen unterstreicht Rheinmetall seine Kompetenz als Hochtechnologiekonzern für Sicherheit und Mobilität.

Quelle: Wehrtechnischer Report, Ausgabe 5/2015

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