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Februar 2005

 

Der Schützenpanzer Puma

Investition in Sicherheit und Zukunft


Mit der Entscheidung für den neuen Schützenpanzer der Bundeswehr wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der deutschen Heerestechnik aufgeschlagen. Mit dem Puma erhält das Heer in den kommenden Jahren ein Spitzenprodukt der deutschen Industrie.

 

Die zwingend erforderlichen Kernfähigkeiten – Sicherheit und Schutz der Männer und Frauen im Einsatz, Durchsetzungsfähigkeit und Wirksamkeit sowie Führungsfähigkeit – vereint der Schützenpanzer Puma in idealer und zukunftsweisender Kombination. Er entspricht im Besonderen den Ansprüchen an das zukünftige Aufgabenspektrum der Streitkräfte nach Vielseitigkeit und Flexibilität. Flexibilität heißt, dass dieses hochmoderne Fahrzeug nicht nur im hochintensiven Gefecht der Eingreifkräfte, sondern auch und gerade in Stabilisierungsoperationen eingesetzt werden kann.

Mit seinem weltweit einzigartigen Schutz- und Durchsetzungsniveau und seiner Fähigkeit, auch im Rahmen vernetzter Operationen eingesetzt werden zu können, stellt er das Beste dar, was den Soldaten für jede Art von Einsätzen zur Verfügung stehen kann.


 

Know-how von Rheinmetall und KMW vereint

Federführend für die Entwicklung des neuen Schützenpanzers ist die in Kassel ansässige Projekt System und Management GmbH (PSM). PSM wird zu je 50 Prozent von den beiden Gesellschaften Rheinmetall Landsysteme GmbH, Kiel und Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG, München getragen – zwei führenden Unternehmen der europäischen Heerestechnik mit umfangreichem Know-how in der Entwicklung und Fertigung leichter und schwerer gepanzerter Fahrzeuge.

Spitzenprodukt der deutschen Heerestechnik: Der Puma


 

Warum ein neuer Schützenpanzer?

Die Bundeswehr hat sich von einer Armee mit Schwerpunkt Landesverteidigung zu einer Armee im Einsatz gewandelt. Dieser operative Transformationsprozess bedingt Veränderungen auf allen Ebenen, insbesondere bei den Fähigkeiten und bei der Ausrüstung.

Im Zuge des neuen Aufgabenprofils, das sowohl Frieden wahrende als auch Frieden schaffende Missionen im internationalen Umfeld abdeckt, werden neue Fähigkeiten unabdingbar, um deutschen Soldaten fernab des heimatlichen Territoriums einerseits höchstmöglichen Schutz zu gewähren, und andererseits auch eine entsprechende Durchsetzungskraft sicherzustellen.

 

 

Der neue Schützenpanzer Puma ist diesbezüglich ein Schlüsselprojekt in der Planung des deutschen Heeres. Der in Nutzung befindliche Schützenpanzer Marder – seit nunmehr über 30 Jahren im Einsatz bei der Bundeswehr – wird den neuen Anforderungen nur noch bedingt gerecht. Er soll ab 2009 durch den Puma abgelöst werden. Für anspruchsvolle Militäreinsätze im Rahmen von UN-, NATO- oder EU-Mandaten weist der Marder immer deutlicher folgende Fähigkeitsdefizite auf:

  • zu geringer ballistischer Schutz
  • geringe Motorleistung
  • nicht ausreichende Durchsetzungsfähigkeit durch zu geringe Feuerkraft
  • eingeschränkte Führungsfähigkeit

Diese Fähigkeitslücken wird der Puma in überzeugender Weise schließen. Zu den wesentlichen Anforderungen, die an die Entwicklung des neuen Schützenpanzers gestellt werden, zählen unter anderem:

  • maximaler Schutz der Fahrzeuginsassen
  • Lufttransportfähigkeit des Puma im künftigen Transportflugzeug A400M
  • schnelle Verfügbarkeit in maximaler Schutzstufe am Einsatzort
  • eine Modularität, die einfache Aufrüstung und Austauschbarkeit elementarer Systeme ermöglicht
  • die Schaffung eines modernen zusammenhängenden Innenraums für die Fahrzeugbesatzung, der den hohen Ansprüchen an Führung, Kommunikation, Schutz und Ergonomie Rechnung trägt

 

Seit 30 Jahren im Dienst: Der Schützenpanzer Marder


All diese Forderungen erfüllt der Puma. Mit diesen Fähigkeiten wird das Heer im Bereich der mittleren Kräfte über ein State-of-the-art-Produkt verfügen, das international führend ist und den Soldaten im Einsatz eine höchstmögliche Leistungsfähigkeit bietet.


 

Bestmöglicher Schutz

Um die Herausforderung des geforderten höchstmöglichen Schutzes in Verbindung mit einer gesicherten Lufttransportfähigkeit (A400M) zu meistern, hat PSM ein neuartiges Konzept entwickelt. Hohes Schutzniveau zog bei vergleichbaren Systemen bislang grundsätzlich ein hohes Gesamtgewicht nach sich, mit entsprechenden Einschränkungen bei den Transportmöglichkeiten.

Das Erfolgsrezept des Puma ist ein völlig neues zweistufiges Schutzkonzept. Die Lufttransportfähigkeit des Puma wird in einer Grundversion mit der Schutzstufe A (Airtransportable) sichergestellt, die den weltweit wirksamsten Minenschutz gewährleistet.

 

Modulares Schutzkonzept: Der sicherste Schützenpanzer der Welt


Durch einen einfach anzubringenden adaptiven Schutz wird am Einsatzort mittels zusätzlicher Schutzmodule die Erweiterung zur wesentlich umfassenderen Schutzstufe C (Combat) vorgenommen. Diese gepanzerten Module werden seitlich am Fahrzeug befestigt und sind klappbar, damit auch bei maximalem Schutz in der Stufe C eine Bahnverladbarkeit sichergestellt werden kann.

Mit diesen Schutzmodulen widersteht der Puma Angriffen durch Panzerabwehr-Handwaffen, 30 mm Maschinenkanonen und Bomblets. Sein Minenschutz ist höchst wirksam gegen Blastminen und projektilbildende Minen. Für den Lufttransport im militärischen Airbus A400M wird eine Gewichtsreduzierung auf 31,45 Tonnen durch die einfache Demontage der Schutzmodule erreicht.


 

Optimale Raumausnutzung und ein Höchstmaß an Ergonomie

Der Innenraum des Schützenpanzers entspricht höchsten ergonomischen Anforderungen. Die Besatzung des Puma ist auf einen Raum konzentriert – eine wichtige Voraussetzung im Sinne einer wirksamen Optimierung aller Abläufe in der Bedienung und der Steuerung bis hin zum Waffeneinsatz.

Durch das Wegfallen des Turmkorbs entsteht ein kubischer Innenraum, der die Unterbringung der Besatzung mitsamt Ausrüstung ohne Kompromisse leicht ermöglicht. Die gute Raumaufteilung bietet auch kommunikative Vorteile, da eine Verständigung der Besatzung untereinander jederzeit gesichert ist.


 

Enorme Mobilität und Flexibilität

Durch die von PSM entwickelte neue Schutzkonzeption minimiert sich der logistische Aufwand für den Lufttransport des Fahrzeugs mitsamt zusätzlicher Ausrüstung. Es gelingt, vier Fahrzeuge samt kompletter Schutzausstattung in fünf Flugzeugen vom Typ A400M zu transportieren, wobei ein Flugzeug die Schutzmodule der Puma sowie gegebenenfalls weitere Ausrüstung transportiert.

Die in der Grundkonfiguration mit einem Gesamtgewicht von unter 31,45 Tonnen gegebene Schutzstufe A stellt sicher, dass der Schützenpanzer bereits unmittelbar nach dem Entladen einsatzbereit ist. Weil schon die Landung eines Militärflugzeuges eine militärische Absicherung der Ladezone notwendig macht, ist der Maximalschutz beim Ausrollen nicht erforderlich. Schutzstufe C für volle Kampfbereitschaft ist nach kurzer Einrüstzeit gegeben.

 

In seiner Mobilität ist der Puma dem Kampfpanzer Leopard 2 gleichgestellt. Dies stellt eine bemerkenswerte Steigerung der Beweglichkeit bei höchster Schutzstufe dar. Damit wird die Leistungsfähigkeit anderer Schützenpanzer bei weitem übertroffen.


 

Das Herz des Puma: Ein neuentwickelter HPD-Motor

Angetrieben wird der Puma durch eine ehrgeizige Neuentwicklung: Der 10-Zylinder High-Power Density (HPD) Motor der 890er Baureihe zeichnet sich durch seine geringe Größe und sein reduziertes Gewicht bei gleichzeitig enormer Leistungskraft aus. Mit einem Leistungsgewicht von bis zu 20kW/t (27 PS/t) wird eine völlig neue Dimension im Panzerbau erschlossen.

 

 

Enorme Leistungskraft: Der HPD-Motor des Puma


Der neuartige HPD-Motor ist eine Schlüsselkomponente in der Gesamtkonzeption des Puma. Der verringerte Raumbedarf führt zu einer Gewichtsreduzierung, die unter Ausnutzung des für das Fahrzeug limitierten Gesamtgewichts voll dem Ausbau des Schutzes zugute kommt. In der Vergangenheit waren die Baumaße des Motors häufig eine problematische Größe bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge, da zugleich Raum für die Besatzung und für einen angemessenen Schutz verloren gingen. Mit dem Puma wird hier ein neuer Weg beschritten.


 

Gewichtsreduziertes Laufwerk

 
Das entkoppelte Laufwerk des Puma ist äußerst geräuscharm und senkt den Innenraumschallpegel und die auf Gerät und Besatzung einwirkenden Vibrationen erheblich. Auch bei diesem wichtigen Element des Schützenpanzers spielt die Gewichtsreduzierung eine entscheidende Rolle: Die optimierte Stahlkette mit fünf Rollenlaufwerken ist erheblich gewichtsreduziert, ohne die operativen Anforderungen an den Puma zu beeinträchtigen.

 


 
 
Ferngesteuerter Turm

Der neue ferngesteuerte Turm wurde entwickelt, um das zu schützende Volumen zu reduzieren. Mit seiner Turmanpassung – kein Turmkorb mehr – verkürzt er das Fahrzeug und spart Volumen und Gewicht. Außerdem erhöht sich die Funktionalität des Schützenpanzers ganz erheblich: Der Gruppenführer ist in der Lage, die Feindlage mittels der Rundum-Sensoren aufzuklären, während der Bordschütze gleichzeitig das Ziel unter Verwendung der Zielsensorik wirkungsvoll bekämpft.

 

 


 

360°-Glasoptik

Die Rundumsicht gewährleistet eine 360°-Glasoptik mit Rundblickperiskop. Die Waffenoptik erlaubt eine stabilisierte Tag- und Nachtsicht, sie beinhaltet einen Laserentfernungsmesser ebenso wie eine integrierte Direktsicht, die unabhängig von der Turmstellung eine 360°-Sicht ermöglicht. Hinzu kommen Winkelspiegel für eine ergänzende Rundumsicht aller Besatzungsmitglieder sowie eine Rücksichtkamera und vier Null-Lux-Kameras als optronische Ergänzung der Direktsicht des Schützentrupp.

 

 

360°-Rundblickperiskop: Zuverlässige Tag- und Nachtsicht


 

Zukunftsweisende Technologien auch bei Waffe und Munition

Die Hauptwaffe des Puma ist eine 30 mm MK 30-2/ABM-Kanone mit Air Burst Munition. Ihr Design beruht auf der bewährten MK 30-2 Waffe, erweitert um die neuentwickelte Ahead-Technologie (Advanced Hit Efficiency and Destruction).

 

 

Die Bewaffnung: 30 mm Kanone mit Ahead-Technologie


In Verbindung mit der programmierbaren 30 mm Zerlegemunition nach dem Ahead-Prinzip wird ein Höchstmaß an Kampfkraft erzielt. Denn beim Verlassen des Rohres wird der Munition der optimale Zeitpunkt für das Ausstoßen einer definierten Menge von Subprojektilen vor Erreichen des Ziels übermittelt. Damit kann die Wirkung im Ziel auch auf größere Entfernung und gegen kleinere Ziele gesteigert werden. Durch dieses Prinzip können verschiedene Zieltypen mit nur einer Munition wirksam bekämpft werden.


 

Führung und Waffeneinsatz

Im Puma sind die Möglichkeiten des modernen Auftrags- und Einsatzmanagement realisiert. Damit ist unter anderem die Integration des Führungs- und Waffeneinsatzsystems gemeint, das die relevanten Gefechts- und Lageinformationen zeitnah bis auf Gruppenfahrzeugebene zur Verfügung stellt. Des Weiteren verfügt der Puma über zwei redundante Arbeitsplätze mit zwei voneinander unabhängigen Ziel- und Beobachtungsmitteln, was eine erhebliche Verkürzung der Reaktionszeit ermöglicht.

 

 

Die neu entwickelte 30mm ABM-Munition

 


 

Das Fahrzeugkonzept

Das Fahrzeugkonzept, das weltweit seinesgleichen sucht, besticht durch zahlreiche besondere Merkmale. Alle sind Ausdruck des revolutionären Designs des Puma und tragen den hohen Ansprüchen des späteren Nutzers Rechnung.

Wichtigste Leitlinie für die Puma-Entwicklung ist es, höchste Qualität und bestmöglichen Schutz bei minimiertem Gewicht zu erreichen. Das werden die herausragenden Eigenschaften des Puma sein.

Ansprechpartner

PSM Projekt System & Management GmbH

Wilhelmshöher Allee 262
D-34131 Kassel
Telefon: 0561 5107-105
Telefax: 0561 5107-199
E-Mail: info@psm-spz.ded
www.psm-spz.com/


KMW GmbH & Co. KG

Christoph Müller
Leiter Unternehmens-kommunikation
Telefon: 089 8140-4675
Telefax: 089 8140-4977


Rheinmetall Defence

Oliver Hoffmann
Leiter Presse
Telefon: 0211 473-4748
Telefax: 0211 473-4157