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Von Experten für Experten

Gemeinsam mehr erreichen

Rheinmetall entwickelt nicht nur innovative Technologien und Produkte, sondern berät und begleitet seine Kunden auch bei der Einführung und Ausbildung von neuen Systemen. Im Jahr 2019 hat Rheinmetall insgesamt über 25 Ausbildungsprojekte für verschiedene Streitkräfte realisiert. Dieser Know-how Transfer hat sich bewährt und so kann die Rheinmetall Ausbildungsabteilung bereits auf eine lange und erfolgreiche Historie zurückblicken. Einige Projekte stellen wir auf dieser Seite vor.

Nachgefragt: Wie funktioniert Know-how Transfer bei Rheinmetall?

Marcus Hanke ist Projektleiter Systemtraining bei Rheinmetall. Er ist sozusagen der Profitrainer für Experten und verantwortlich dafür, die Rheinmetall Standards für unterschiedliche Produkte oder Projekte zu setzen und diese zu vermitteln. Gemeinsam arbeitet er im Team der Ausbildungsabteilung mit ca. 40 weiteren Kolleginnen und Kollegen.

Herr Hanke, wie sind Sie zum Experten für Know-how Transfer geworden und wie beschreiben Sie selbst Ihre Aufgabe?

Ich bin 2019 als Projektleiter zu Rheinmetall Landsysteme gekommen, nachdem ich die Bundeswehr verlassen hatte. In den letzten sechs Jahren meiner Dienstzeit dort habe ich an verschiedenen Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr, unter anderem am Ausbildungszentrum Munster, als Hörsaal- und Ausbildungsleiter viel Erfahrung zum Thema Aus- und Weiterbildung sammeln können. Vielleicht empfand mich mein Abteilungsleiter Herr Groth auch daher als prädestiniert.

Meine Aufgabe jetzt ist die Organisation, Planung und Durchführung von Ausbildungskonzepten für unsere diversen Projekte. Dabei geht es immer mehr um Lokalisierungs- bzw. Know-how Transfer-Projekte, wie zum Beispiel bei dem Radfahrzeugprojekt Boxer/MIV in Großbritannien oder unserem neuen Joint Venture für den Schützenpanzer Lynx in Ungarn.

Auch gehören dabei vor allem die Planung und Konzeptionierung oder Anpassung des Kurssystems an die jeweiligen Bedürfnisse dazu. Bei einem bereits bestehenden Werk, wie bei unserem Tochterunternehmen RBSL in Telford (UK), müssen ganz andere Dinge beachtet werden, als bei einem Neubeginn wie in Ungarn.

Leistungsfähiges Kurssystem ist die Basis für einheitliche Rheinmetall-Standards

Um den Know-how Transfer möglichst effizient und einheitlich nach Rheinmetall-Standards zu gewährleisten, haben wir in der Ausbildungsabteilung ein leistungsfähiges Kurssystem entwickelt. Den Trainingsteilnehmern, also beispielsweise zukünftigen Schweißern, Montagemitarbeitern, aber auch Servicetechnikern, Fertigungssteuerern, Material Managern etc., wird in workflow-basierten Schulungen all das Wissen vermittelt, das nötig ist, um eine Produktion nach Rheinmetall-Standards aufzubauen.

Für uns als Unternehmen ist der eindeutige Vorteil dieses Vorgehens natürlich eine gleichbleibend gute Qualität unserer Produkte. Da beispielsweise der ungarische, australische, deutsche und englische Mitarbeiter im Qualitätsmanagement genau gleich, teilweise sogar gemeinsam, ausgebildet sind, leisten wir somit einen entscheidenden Beitrag dazu, die Qualität, Prozesse, Dokumente und vieles mehr einheitlich zu halten. Für die Mitarbeiter selbst ergibt sich oft ein unglaublicher Wissenszugewinn. Bei RBSL in Telford profitieren die Mitarbeiter zum Beispiel sehr von unserer Erfahrung in der Boxer-Taktfertigung. Aber auch im Bereich CAN-Bus-Technologie oder Schweiß- und Klebezertifizierung lernen sie massiv hinzu.

Wie gehen Sie in Ihrer Abteilung vor, um neue Trainingskonzepte zur Wissensvermittlung zu entwerfen? Produkte und Einsatzgebiete sind sehr unterschiedlich. Wie gelingt es Ihnen trotzdem einheitliche Standards zu schaffen?

Für die Entwicklung neuer Trainingskonzepte gibt es natürlich einen Prozess. Eine Roadmap und eine klare Struktur, wenn man so will.

Geplant wird dabei immer von den Bedürfnissen des „Kunden“ her. Es ist jedoch auch wichtig, das Training im Grunde vom Ende her zu denken, d.h. sich zu fragen, welcher Zustand und welche Fähigkeiten am Ende vorhanden sein sollen. Wenn wir also Start und Ziel (Bedürfnisse und gewünschtes Endergebnis) festgelegt haben, dann wird in der so genannten “training needs analysis“ festgestellt, welche Fähigkeiten ggf. schon vorhanden sind, wo der Fokus liegt, welche Themen in den Trainings eher ausgeklammert werden können und welche Grundlagen es noch zu schaffen gilt.

So ergibt sich nach und nach ein immer klareres Bild, ähnlich wie bei einem Puzzle – bis das Trainingskonzept irgendwann steht. Dies alles gilt natürlich nicht nur für Know-how Transfer-Projekte, sondern auch für die vielen, vielen klassischen Ausbildungsprojekte, die die Abteilung leistet. Von Lance-Turm-Training über Fahrer- und Richtschützenausbildung, Simulatorentraining, Maintenance-Ausbildung, Bergepanzerausbildung, fernlenkbare Waffenstationen etc. bis hin zu Taktikausbildung mit gepanzerten Fahrzeugen bis hoch zur Kompanie-Ebene.

Unsere Erfolgsfaktoren: Zentrale Wissensbündelung und gute Kommunikation

Die einheitlichen Standards kann die Abteilung dabei aus meiner Sicht aus zwei Gründen so gut halten: Erstens weil die Ausbildungsabteilung als der “one-stop-shop“ beim Thema Aus- und Weiterbildung fungiert. Das heißt, die Abteilung ist der zentrale Ansprechpartner und hat auch das geballte Wissen gebündelt, sei es für die Organisation und Planung von Ausbildung als auch für die Fachexpertise zu den Themen selbst.

Der zweite wichtige Faktor ist die gute Kommunikation innerhalb des Teams. Vom Abteilungsleiter, über den Projektleiter und die Trainingsmanager bis zu den Trainern; über alle Ebenen herrscht eine gute, sehr direkte und offene Kommunikation. Dass ich mich zum Beispiel mit unseren Experten und Trainern jederzeit sehr offen und kooperativ austauschen kann, verhindert Missverständnisse. Klare Aufträge sorgen für ein gutes Zusammenspiel im Team.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit internen und externen Trainingsteilnehmern? Welches Feedback erhalten Sie?

Bis jetzt haben wir immer nur positives Feedback bekommen. Und wir arbeiten daran, immer noch besser zu werden. Unsere klassischen Trainings zur Systemtechnik unserer Fahrzeuge sind natürlich bewährt und wir bekommen regelmäßig sehr positives Feedback von all unseren Teilnehmern und Kunden. Ebenso bei unserer Taktikausbildung. Aber auch für die eher neuen produktionstechnischen Ausbildungen haben wir bereits sehr gute Rückmeldungen bekommen, z.B. bei Land400 in Australien.

Welche Herausforderungen erleben Sie im Rahmen Ihrer Arbeit? Wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung momentan ist natürlich die Covid-19 Pandemie. Im Rahmen meiner Arbeit rede ich viel mit den Wissensträgern in unserem eigenen Unternehmen, mit externen Dienstleistern, mit dem Kunden, aber natürlich auch mit unseren Experten und Trainern in der Ausbildungsabteilung. Zwar ist zum Glück heute vieles über Videokonferenzen möglich, aber gerade verschiedene Workshops oder auch Absprachen mit Partnern, die man zuvor noch nie getroffen hat, sind einfach im persönlichen Gespräch leichter, angenehmer und effektiver. Die Corona-Pandemie und die Reiseeinschränkungen, die damit einhergehen, sind hier natürlich ein limitierender Faktor. Aber wir kriegen es hin und ich persönlich habe mich auch schon ganz gut auf die neue Situation eingestellt.

Welche Fähigkeiten benötigt man als Mitarbeiter*in im Team der Rheinmetall Ausbildungsabteilung?

Kurz gesagt: Sehr gute Kommunikationsfähigkeiten, technischen Sachverstand und die Lust und Fähigkeit, Menschen etwas zu vermitteln und beizubringen.

Unsere Ausbilder verfügen in der Regel über einen großen Erfahrungsschatz auf ihrem Gebiet. Fast alle haben vorher bereits einige Jahre in der Fertigung oder im Kundendienst gearbeitet oder waren mehrere Jahre als Soldat aktiv. Viel Zeit verbringen wir damit, uns selber weiterzubilden

Somit würde ich sagen, der Wille niemals stehen zu bleiben, sondern sich stets neues Wissen anzueignen und eine gute Bereitschaft für Dienstreisen, gehören auch dazu. Wer Interesse daran hat und diese Eigenschaften mitbringt, hat die Chance in ein tolles, sehr eng verbundenes und hoch performantes Team aufgenommen zu werden.

Know-how Transfer in der Praxis

Wie schaffen wir Standards? Wie geben wir diese weiter? Einen spannenden Einblick hinter die Kulissen geben die folgenden Projekte unserer Ausbildungsabteilung. Per Klick auf die Kacheln mehr erfahren: