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Rheinmetall-Konzern feierte 2014 sein 125-jähriges Bestehen

Geschichte(n) abseits des historischen Mainstreams

Es gibt, wie eine Ende der 1990er Jahre in der angesehenen Harvard Business Review veröffentlichte wissenschaftliche Studie belegt, weltweit nur wenige Unternehmen, die 100 Jahre oder älter werden. Rheinmetall - das 1889 in Düsseldorf gegründete Unternehmen feierte 2014 sein 125-jähriges Bestehen - hat diese Schwelle nicht nur längst überschritten; der Konzern, dessen strategische Ausrichtung heute wie damals auf den Bereichen Sicherheit und Mobilität liegt, ist eine der ältesten Kapitalgesellschaften in Deutschland und gehört zu den ganz wenigen Unternehmen, die bereits als Aktiengesellschaft gegründet wurden. Seine überaus wechselvolle Geschichte, die im September 2014 im Kölner Greven-Verlag erschienenen Buch „Rheinmetall – vom Reiz, im Rheinland ein großes Werk zu errichten“ detailliert dargestellt wird, ist eng mit der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland verbunden.

Bei der intensiven und aufwendigen Recherche für das Buch zum 125-jährigen Firmenjubiläum stieß der Wuppertaler Geschichtswissenschaftler Dr. Christian Leitzbach immer wieder auch auf Rheinmetall-spezifische Ereignisse und Episoden, die eher abseits des historischen Mainstreams liegen. Es sind Stories, in denen sich teils ungewöhnliche, teils amüsante und vielfach auch nachdenkliche Gegebenheiten widerspiegeln.

So zum Beispiel die Episode aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als das Unternehmen mit einem großen Munitionsauftrag aus der Türkei rechnete und zum Teil ungewöhnliche Aktivitäten entwickelte, um den osmanischen Kunden zu überzeugen. Oder die Erinnerungen eines ehemaligen Zwangsarbeiters, der im Werk Düsseldorf an der Hobelbank arbeitete und der wohl auch deshalb überlebte, weil er seinem Hobby – die Malerei – während der Gefangenschaft nachgehen konnte. Beispiel Nr. 3 aus der Anekdotensammlung ist eine Zugfahrt mit Hindernissen, die Mitarbeiter des chinesischen Automobilherstellers FAW Anfang der 1990er Jahre unternehmen, um sich im Nettetaler Pierburg-Werk in die Geheimnisse der Vergaser-Produktion unterweisen zu lassen.

Die von Buchautor Dr. Christian Leitzbach ausgegrabenen historischen Fundsachen finden Sie hier. Die insgesamt siebenteilige Serie, die sich zeitlich eng an den prägenden Epochen der Unternehmensgeschichte von Rheinmetall orientiert, wird aufgelockert durch Illustrationen des in Dresden lebenden Grafikdesigners Dirk Oberländer.