08.05.2013

Rheinmetall startet verhalten ins neue Geschäftsjahr

  • Konzernumsatz geht im ersten Quartal um 13% auf 962 MioEUR zurück
  • Negatives EBIT von 19 MioEUR
  • Defence mit deutlichem Umsatzrückgang, Auftragseingang aber weiterhin auf hohem Niveau
  • Automotive durch schwächere Konjunktur und Restrukturierungsmaßnahmen belastet
  • Strategieprogramm Rheinmetall 2015 wird konsequent umgesetzt
  • Prognose für das Gesamtjahr 2013 bleibt unverändert

Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern ist in beiden Geschäftsbereichen verhalten in das neue Geschäftsjahr gestartet. Ein gesunkener Umsatz und erste Restrukturierungsmaßnahmen haben das Ergebnis stark belastet. Allerdings hält das Unternehmen an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest.

„2013 wird für Rheinmetall ein Jahr des Übergangs“, sagt Vorstandsvorsitzender Armin Papperger. „Wir haben ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Steigerung der Kosteneffizienz auf den Weg gebracht und setzen diese Maßnahmen jetzt konsequent um. Ich bin zuversichtlich, dass Rheinmetall von 2015 an wieder zu früherer Ertragsstärke zurückkehren wird.“

Wie erwartet, reduzierte sich das Geschäftsvolumen des Konzerns im ersten Quartal 2013 gegenüber den Vergleichszahlen des Vorjahres. Rheinmetall erzielte einen Gesamtumsatz von 962 MioEUR, was einem Rückgang um 13% gegenüber dem ersten Quartal 2012 (1.109 MioEUR) entspricht.

Neben dem deutlich zurückgebliebenem Umsatz führten erhöhte Entwicklungskosten bei Automotive, nicht gedeckte Kostenstrukturen und ein veränderter Produktmix bei Defence zu einem operativen Verlust (EBIT vor Restrukturierungsaufwendungen) von 14 MioEUR. Unter Berücksichtigung der erfassten Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 5 MioEUR errechnet sich ein Konzernverlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 19 MioEUR, ein Minus von 62 MioEUR gegenüber Vorjahr.

Defence: Auftragsbestand auf Rekordhöhe

Der Unternehmensbereich Defence hat im ersten Quartal abermals einen hohen Auftragseingang verbucht: Mit 416 MioEUR wurde der Vorjahreswert von 432 MioEUR fast erreicht. Der Auftragsbestand liegt mit 5.002 MioEUR auf einem neuen Rekordniveau.

Mit 363 MioEUR blieb der Umsatz des Unternehmensbereichs Defence um 108 MioEUR oder 23% unter dem Vergleichswert des ersten Quartals 2012 von 471 MioEUR. Zum Vorjahresumsatz hat der Mitte 2012 mehrheitlich veräußerte Bereich Unbemannte Flugsysteme noch 12 MioEUR beigetragen. Der Umsatzrückgang im traditionell schwachen Auftaktquartal spiegelt sich in allen drei Divisionen der Sparte wider und hat zu einer deutlichen Ergebnisbelastung geführt.

Das operative Ergebnis (EBIT vor Restrukturierungsmaßnahmen) zeigt vor allem infolge des Umsatzrückgangs einen Verlust von 43 MioEUR. Darüber hinaus haben Verschiebungen im Produktmix das Ergebnis im ersten Quartal 2013 negativ beeinflusst. Im Vorjahr wurde mit 4 MioEUR ein leicht positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern erwirtschaftet. Darin war mit 2 MioEUR ein Ergebnisbeitrag des Mitte 2012 veräußerten Bereichs Unbemannte Flugsysteme enthalten.

Automotive: In schwächerem Marktumfeld gut behauptet

Der Unternehmensbereich Automotive hat sich angesichts der derzeit schwachen Entwicklung der internationalen Automobilmärkte gut behauptet. Zwar ist der Umsatz leicht gesunken, doch der Bereich konnte negative Einflüsse aus der deutlich rückläufigen Automobilkonjunktur in Westeuropa dank seiner verstärkten Ausrichtung auf außereuropäische Wachstumsmärkte – z.B. Asien – zum Teil ausgleichen.

Rheinmetall Automotive (KSPG) erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 599 MioEUR und blieb damit um 39 MioEUR unter dem Vorjahreswert von 638 MioEUR. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von nur 6%, wohingegen die Automobilproduktion im besonders wichtigen Markt Westeuropa im selben Zeitraum Einbußen in Höhe von 12% verzeichnete.

Das operative Ergebnis (EBIT vor Restrukturierungsaufwendungen) sank um 13 MioEUR auf 31 MioEUR, wobei sich dieser Ergebnisrückgang nahezu ausschließlich aus dem rückläufigen Umsatz ableitet. Außerdem haben die in der Division Mechatronics gegenüber dem Vorjahr erhöhten Entwicklungsaufwendungen das Ergebnis belastet.

Die in den Umsatzzahlen des Unternehmensbereichs Automotive nicht enthaltenen chinesischen Joint Ventures erzielten in den ersten drei Monaten des Jahres ein Wachstum von 28% auf 121 MioEUR gegenüber 94 MioEUR im Vorjahr. Das EBIT stieg um 4 MioEUR oder 57% überproportional auf 11 MioEUR (alle Angaben auf der Basis von 100%).

Erwartungen für das Gesamtjahr 2013 unverändert

Rheinmetall lässt seine Prognosen für das Gesamtjahr 2013 unverändert: Im Konzern werden ein Umsatz zwischen 4,8 MrdEUR und 4,9 MrdEUR sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und vor Restrukturierungsaufwendungen zwischen 240 MioEUR und 260 MioEUR erwartet.

Für den Unternehmensbereich Defence wird weiterhin bei einem Umsatz von rund 2,4 MrdEUR mit einem operativen Ergebnis von rund 130 MioEUR gerechnet. Für den Unternehmensbereich Automotive werden ein Umsatz von 2,4 MrdEUR bis 2,5 MrdEUR und ein operatives Ergebnis von rund 140 MioEUR erwartet.

Insgesamt wird das Geschäftsjahr 2013 somit für Rheinmetall ein Jahr des Übergangs zu einer verbesserten Profitabilität. Durch die Umsetzung des Strategieprogramms „Rheinmetall 2015“, das vor allem die Themen Internationalisierung, Produktinnovationen und Kosten in den Fokus rückt, will das Unternehmen nachhaltig seine führende Stellung in einer Reihe von Märkten ausbauen und die Profitabilität stärken. Die hierzu notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen werden bereits konsequent umgesetzt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Rheinmetall unverändert mit Restrukturierungsaufwendungen in einem Gesamtvolumen zwischen 60 MioEUR und 80 MioEUR.

Sie sollen ab 2015 zu jährlichen Einsparungen von 55 MioEUR bis 70 MioEUR führen.

Rheinmetall AG

Dr. Philipp von Brandenstein
Zentralbereichsleiter Unternehmenskommunikation
Rheinmetall Platz 1
40476 Düsseldorf
Deutschland
Telefon: +49 211 473-01
Fax: +49 211 473-4158

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