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03.04.2018

Britisches Verteidigungsministerium kündigt Rückkehr in das Boxer-Programm an

Das britische Verteidigungsministerium hat angekündigt, über die internationale Rüstungsagentur OCCAR in das Boxer-Programm zurückzukehren. Dies ermöglicht die Beschaffung des gepanzerten 8x8-Fahrzeugs Boxer im Rüstungsprojekt „Mechanised Infantry Vehicle (MIV)“. Der jetzt gewählte Ansatz kann dem Vereinigten Königreich eine Reihe von Vorteilen bringen – darunter die schnelle Auslieferung des einsatzbewährten Boxers, einen offenen und transparenten Beschaffungs- und Lieferprozess, Kompatibilität mit NATO-Verbündeten, substantielle Investitionen in die britische rüstungsindustrielle Basis sowie ein herausragendes Potential für den internationalen Export von in Großbritannien gebauten Boxern.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Als einer der beiden Joint Venture-Partner in der ARTEC begrüßt Rheinmetall die Ankündigung des britischen Verteidigungsministeriums. Der Boxer bietet ein Höchstmaß an Schutz und Beweglichkeit, was er im Einsatz eindrucksvoll unter Beweis stellt. Wir freuen uns, die British Army als weiteres Mitglied im Kreis derjenigen Streitkräfte begrüßen zu können, die den Boxer bereits erfolgreich nutzen.“

Die ARTEC ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall (64%) und Krauss-Maffei Wegmann (36%), welches mit der Lieferung von über 600 Boxer-Fahrzeugen an die deutschen, niederländischen und litauischen Streitkräfte sowie Unterstützungsleistungen beauftragt ist. ARTEC und Rheinmetall führen bereits Gespräche mit einigen britischen Partnern über die Realisierung des MIV-Programms, darunter BAE Systems, Thales UK, Raytheon, Rolls-Royce und Pearson Engineering. Dieser Ansatz wird substantiell Arbeitsplätze im gesamten Vereinigten Königreich sichern, um die britische Boxer-Flotte herzustellen und während ihrer Lebenszyklusphase zu erhalten und zu modernisieren.

Die Ankündigung des britischen Verteidigungsministeriums, den Boxer nach einer umfangreichen Marktanalyse ähnlicher Mechanisierter Infanteriefahrzeuge ausgewählt zu haben, folgt einer Mitteilung der australischen Streitkräfte von vor wenigen Wochen. Hier war der Boxer in einem rigorosen drei Jahre langen Testverfahren im Beschaffungsvorhaben Land 400 Phase 2 ausgewählt worden. Die Auswahlentscheidungen sowohl in Großbritannien als auch in Australien belegen eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis des Boxers, unter anderem in den Bereichen Mobilität, Kapazität, Flexibilität, Nutzwert und Agilität, wie das britische Verteidigungsministerium in seiner jüngsten Ankündigung ausgeführt hat.

Ben Hudson, Leiter der Rheinmetall Vehicle Systems Division und Mitglied des Bereichsvorstands von Rheinmetall Defence: „Wir freuen uns über die Mitteilung, dass das britische Verteidigungsministerium den Boxer als Ergebnis einer umfangreichen Marktanalyse ausgewählt hat und sind zuversichtlich, dem Verteidigungsministerium die Vorteile einer Beschaffung des Boxers über OCCAR und ARTEC nahe bringen zu können. Hierzu zählen das gute Preis-Leistungsverhältnis und eine zeitnahe Auslieferung, um die schnelle Aufstellung der britischen Strike Brigades zu unterstützen. Wir sehen uns in der Pflicht, zum Wohle des Vereinigten Königreiches beizutragen und glauben, dass durch die Kooperation mit der britischen rüstungsindustriellen Basis jetzt und in Zukunft substantiell Arbeitsplätze in Großbritannien geschaffen werden können.“

Hintergrund

Bei dem ARTEC Boxer handelt es sich um eine gepanzerte 8x8-Fahrzeugfamilie, die sich bereits in Afghanistan im Einsatz bewährt hat. Der Boxer ist dank seiner modularen Architektur äußerst vielseitig und zukunftssicher. Er bietet ausgezeichneten Schutz gegen ballistische und Minenbedrohungen. Aufgrund seines Designs kann er Missionsmodule mit bis zu 15 Tonnen Nutzlast aufnehmen. Bisher wurden über 600 Fahrzeuge in zwölf unterschiedlichen Versionen an drei NATO-Staaten ausgeliefert oder bestellt: Deutschland, Niederlande und Litauen. Weiterhin hat die australische Regierung den Radspähpanzer Boxer Combat Reconnaissance Vehicle (CRV) zur Beschaffung im Rahmen des umfassenden Modernisierungsprogramms der Streitkräfte des Landes vorgeschlagen. Der Boxer wird von der ARTEC hergestellt, einem Joint Venture von Krauss-Maffei Wegmann (36%) und Rheinmetall (64%).

Der Boxer weist ein britisches Design auf und verfügt über britische Gene. Großbritannien war seinerzeit Mitbegründer des damals “MRAV” genannten Programms und gab auch dem Boxer seinen Namen.

Zu den Industriepartnern werden etablierte und zuverlässige britische Rüstungsfirmen gehören, darunter BAE Systems, Thales UK, Raytheon, Pearson Engineering und Rolls-Royce. Hierdurch wird eine Versorgungskette im gesamten Vereinigten Königreich aufrechterhalten, darunter Schottland, der Nordosten Englands, Nordirland und die West Midlands. Diese Versorgungskette baut auf jahrzehntelanger Erfahrung und Investitionen innerhalb des UK Boxer Teams bei Design, Integration und Auslieferung gepanzerter Fahrzeuge auf.

Das Boxer-Programm erfüllt viele der Grundsätze der Industriepolitik des britischen Verteidigungsministeriums. Hierzu zählen ein höherer wirtschaftlicher Nutzen für Großbritannien, Verstärkung der Fähigkeiten und Wettbewerbsfähigkeit in der Versorgungskette, Interoperabilität und starkes Exportpotential.

Die OCCAR (Organisation Conjointe de Coopération en Matière d’Armement, Gemeinsame Organisation für Rüstungskooperation) ist eine internationale Organisation zum effizienten und effektiven Management von gemeinsam existierenden und zukünftigen Rüstungsvorhaben. Ihr gehören Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich an. Programmstaaten sind Finnland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Polen, Schweden und die Türkei. Die Organisation hat ihren Hauptsitz in Bonn.

Rheinmetall AG

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