claim

Boomender Markt China hält die Branche seit Jahren in Atem

KSPG profitiert von ungebrochener Dynamik

Der chinesische Automobilmarkt hält seit einigen Jahren die Branche in Atem. Eine hohe Dynamik und oftmals zweistellige Wachstumszahlen prägen die Aktivitäten. Auch bei KSPG machen sich Investitionen und Engagement in China längst bezahlt. Allein im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz um 30 Prozent und lag damit deutlich über dem Branchenschnitt.

Wann immer es um den chinesischen Automarkt geht, schwelgen Berichterstatter, Kommentatoren und Analysten im Superlativ. Vom Wachstumsmotor der gesamten Branche ist dann die Rede, vom wichtigsten Automobilmarkt der Welt, aber auch von einem Gewinnbringer für die deutsche Automobilindustrie. Derlei Einschätzungen lassen sich mit Zahlen deutlich untermauern. „Die Automobilkonjunktur in China hat im vergangenen Jahr einen Gang hochgeschaltet: Über 16 Millionen Neuwagen wurden 2013 in der Volksrepublik verkauft – ungeachtet des schwächeren Wirtschaftswachstums legte der chinesische Pkw-Markt um satte 23 Prozent zu und erreichte erstmals vom Volumen her die Position als größter Einzelmarkt der Welt“, schrieb der Verband der Automobilindustrie (VDA) 2014 in seiner Analyse „Markt international“. Nach vorläufigen Zahlen sollen es 2014 bereits 18,4 Millionen Einheiten gewesen sein und für das laufende Jahr 2015 erwarten Prognosen eine weitere Steigerung in Richtung 20 Millionen.

Um die hohe Dynamik zu begreifen, die die Aktivitäten der Automobilindustrie in China charakterisieren, bedarf es eines Blicks zurück. Ist es doch gerade einmal 31 Jahre her, dass Volkswagen 1984 den Beginn der chinesischen Reform- und Öffnungspolitik nutzte und mit der Gründung des Joint Ventures Shanghai-Volkswagen Automotive Company Ltd. (SVW) den Grundstein für eine Motorisierung der chinesischen Gesellschaft legte. Bis dahin dominierten Fahrräder das Straßenbild.

Der Erfolg des Pioniers SVW weckte schnell Begehrlichkeiten. Automobilhersteller und Zulieferer meldeten neue Joint Ventures, Werkeröffnungen und – Rekordzahlen in Folge. Bereits zur Jahrtausendwende ist im einstigen Fahrradland China der Straßenverkehr bunt, hektisch und laut.

Das teilweise archaische Gewimmel auf den Straßen der Volksrepublik ist Folge eines Motorisierungsbooms, der weltweit ohne Vergleich ist und dessen Ende derzeit niemand abzuschätzen vermag. Denn auch im Jahr 2015 ist in China der Run auf Pkw ungebrochen. Und dies, obwohl zwischenzeitlich immer häufiger von Mega-Staus und einer vielfach überlasteten Straßeninfrastruktur zu lesen ist.

Viele Beobachter vergleichen das moderne China von heute mit der jungen Bundesrepublik Deutschland der 50er- und 60er-Jahre: Leistungsbereitschaft, Dynamik, Ehrgeiz, Motivation und Erfolgsorientierung prägen Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Bevölkerung und lassen die Ansprüche steigen.

Heute stehen z.B. Verkehrssicherheit sowie niedriger Verbrauch und Emissionen an der Spitze der Kundenwünsche, wobei von den Verbrauchern vorausgesetzt wird, dass auch Entwicklungen in anderen Themenfeldern fortgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund ist es zu verstehen, dass auch KSPG mit seinem umfassenden Angebot zum Leichtbau und zur Emissionsreduzierung in China eine Erfolgsgeschichte schreibt. Bereits in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre wagte das damalige Kolbenschmidt-Management den unternehmerischen Schritt in die Volksrepublik und startete eine Kooperation mit dem chinesischen Partner Shanghai Piston Factory. Zum Jahresanfang 1989 wurde eine komplette Kolbenfabrik auf dem Seeweg nach China geschickt, wo sie in neu errichteten Werkhallen in Shanghai aufgebaut wurde.

Auch Pierburg startete in China mit der Verlagerung einer kompletten Fabrik. Als wegen der europäischen Abgasvorschriften das Vergaser-Zeitalter in Deutschland zu Ende ging, fand dieses in China noch eine Fortsetzung.

Durch ein unter Beteiligung der Deutschen Entwicklungsgesellschaft abgeschlossenes Joint Venture mit dem bisherigen Lizenznehmer, dem Kolbenhersteller Shanghai Piston Works (SPW), wurde Kolbenschmidt im Juli 1997 der erste bedeutende Kolbenhersteller mit einem Joint Venture in China. 2001 folgte Pierburg und gründete mit der Shanghai Automobile Nonferrous Casting Plant (SANCP), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Automobilherstellers SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation), das Joint Venture Kolbenschmidt Pierburg Shanghai Nonferrous Components (KPSNC). Die KPSNC entwickelt, produziert und vertreibt in Folge Saugmodule, Zylinderköpfe und Lenkungsteile sowie komplette Öl- und Wasserpumpen.

In dieser Phase des Markteintritts, die bis Anfang 2005 dauerte, lag die Herausforderung darin, die Produktion zum Laufen zu bringen und Strukturen aufzubauen. Überdies galt es, einen ersten Mitarbeiterstamm auf den hohen Qualitätsanspruch von KSPG einzuschwören. Die beiden noch jungen Joint Ventures stehen 2005 für einen Umsatz von 80 Millionen Euro. Um darauf aufzubauen, investierte KSPG zwischen 2005 und 2009 in weiteres Wachstum. Die Joint-Venture-Partner trennten sich von alten und überholten Technologien mit geringer Wertschöpfung wie einfachen Druckgussteilen oder Saugrohren und nahmen zukunftsweisende Produkte wie Aluminium-Druckgussmotorblöcke, Aluminium-Felgen, Struktur- und Fahrwerkteile sowie weitere komplexe Teile in das Programm auf.

In diese Zeit fiel auch die Einweihung des von KSPG gestifteten Lehrstuhls an der Tongji-Universität in Shanghai. Auch die Gründung von zwei eigenen Unternehmen in China war Bestandteil dieser zweiten Phase der Markterschließung. Aus dem 2007 eröffneten Representative Office in der Freihandelszone im Nordosten Shanghais wurde 2008 mit der MS Motor Service Shanghai Trading Co. Ltd. das erste hundertprozentige Tochterunternehmen der KSPG AG in China. 2009 folgte die Gründung der Pierburg China Ltd., Kunshan.

Wie schnell sich Investitionen in China auszahlen können, zeigt ein weiterer Blick auf die Zahlen. 2009 hatte sich der Umsatz gegenüber 2005 mit 160 Millionen Euro verdoppelt. Und weiter ging es Schlag auf Schlag. Denn seit 2009 lautet die Devise, das Erreichte zu konsolidieren, die führende Position zu stärken sowie durch eine Diversifizierung des Angebots und weitere Werkgründungen die starke Marktposition weiter auszubauen. Im Zuge dieser Strategie eröffnete KSPG Ende 2012 in Shanghai das KSPG-House als Zentrale für die hundertprozentigen chinesischen Tochtergesellschaften und erste Anlaufadresse für alle Kunden in China. 2013 folgte eine neue Produktionsstätte für pneumatische Abgasrückführsysteme, elektrische Drosselklappen und Magnetventile der Pierburg China Ltd. Als weiterer Standort wurde nur wenige Monate später ein Joint Venture zur Herstellung und Vermarktung von Pumpen ins Leben gerufen.

Im November 2013 ging ein neues Großkolbenwerk in Shanghai in Betrieb. Und im März 2014 erweiterte die langjährige Kooperation mit der SAIC-Tochter HASCO ihre Aktivitäten um einen weiteren Werkstandort. In dem neuen Werk werden nicht nur Aluminium-Motorblöcke oder -Zylinderköpfe gegossen und bearbeitet: dieses Werk markiert den Beginn eines neuen Produktsegments im immer wichtiger werdenden Leichtbau von Fahrzeugen. So werden dort künftig Strukturbauteile aus Aluminium für die chinesische Automobilindustrie gegossen und weiterbearbeitet.

„Damit eröffnen wir unseren Kunden als eines der ersten Unternehmen in China durch dieses zukunftsträchtige Segment weiteres Einsparpotenzial beim Gewicht der Fahrzeuge und leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltbedingungen“, unterstreicht Horst Binnig, Vorsitzender des Vorstandes der KSPG AG.

Das frühe Engagement und die gute Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern wirken sich für KSPG übrigens nicht nur in China selbst aus. Auch am KSPG Stammsitz in Neckarsulm wurde im Sommer 2014 ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem langjährigen Partner HASCO gegründet. Das gemeinsame Ziel der gleichberechtigten Partner lautet, die sich abzeichnende nachhaltig positive Entwicklung beim Guss von Leichtbau-Fahrzeugkomponenten global voranzutreiben. Global heißt in diesem Zusammenhang nicht nur in China und in Deutschland, sondern vielmehr auf allen relevanten Märkten der Triade.

  • Rheinmetall Automotive AG

    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    Folke Heyer
    Karl-Schmidt-Straße
    74172 Neckarsulm
    Telefon: +49 7132 33-3140
    Fax: +49 7132 33-3150