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Taktik-Training

Im Rahmen des Programms der Bundesregierung zur Ertüchtigung der Streitkräfte Jordaniens hat Rheinmetall die Soldaten des Königreichs umfassend am Schützenpanzer Marder 1A3 ausgebildet. Erstmalig wurde dabei neben der technischen auch die taktische Ausbildung auf Kompanieebene durchgeführt.

Rheinmetall hat seit 2016 im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung bisher 75 Schützenpanzer Marder aus Beständen der Bundeswehr modernisiert, mit Wüstentarnanstrich versehen und an die jordanischen Streitkräfte ausgeliefert – die letzten erst im Sommer dieses Jahres.

Die Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung, in deren Rahmen die Unterstützung der jordanischen Streitkräfte erfolgt, beruht auf der Überzeugung, dass lokale Akteure Konflikte besser lösen können, als von außen einwirkende Staaten oder Bündnisse. Häufig fehlen den Betroffenen dafür jedoch Mittel und Möglichkeiten.

Das Ziel der Ertüchtigungsinitiative ist somit, den lokalen Partnern dahingehend zu helfen, selbstständig für die eigene regionale Sicherheit zu sorgen.

Vor diesem sicherheitspolitischen Hintergrund und aufgrund mangelnder eigener Kapazitäten hat die Bundeswehr Rheinmetall beauftragt, auch die Ausbildung der jordanischen Armee am Marder durchzuführen. Hierzu waren bis zu acht Rheinmetaller und externe Berater – ehemalige Bundeswehrsoldaten mit den erforderlichen Qualifikationen für solches Technik- und Taktik-Training – vor Ort.

Die Rheinmetall-Soldatenausbildung am Marder

Die Marder-Besatzungen der jordanischen Armee wurden in folgenden Bereichen ausgebildet:

  • Nutzung und Bedienung des Marders 1A3
  • Schießausbildung mit der 20mm Maschinenkanone und dem Koaxial-MG
  • Instandsetzung des Marders 1A3
  • Flottenmanagementausbildung für Instandsetzungspersonal
  • Taktische Ausbildung auf der Ebene Kompaniechef, Zugführer und Kommandant mit dem Ziel, das Gelände „zu lesen“, um es so für die eigenen taktischen Bewegungen optimal nutzen zu können.

Trotz der äußerst hohen Anforderungen an Fahrzeuge und Material, bedingt durch das trockene Wüstenklima, verlief die Ausbildung am Marder reibungslos – kein Fahrzeug ist ausgefallen.

Rheinmetall-Soldatenausbildung erfährt international Anerkennung

Der Chef des Stabes der jordanischen Armee überraschte seine Soldaten mit einem Besuch und konnte sich ein eigenes Bild von der Ausbildung machen. Dabei war er mit der Durchführung des Trainings, der Motivation und dem Einsatz der Soldaten so zufrieden, dass er der Kompanie eine (in EUR umgerechnet) fünfstellige Geldprämie zusprach.

Der Aufbau und die Struktur der Rheinmetall-Ausbildung genießt eine hohe Anerkennung und ist mittlerweile bei internationalen Kunden sehr gefragt. Ähnliche Anwender-Ausbildungen wurden zum Beispiel bei der indonesischen Armee durchgeführt oder erfolgen derzeit bei den australischen Streitkräften.

Weitere Rheinmetall-Ausbildungsprojekte

Im Jahr 2019 hat Rheinmetall insgesamt über 25 Ausbildungsprojekte für verschiedene Streitkräfte realisiert. Im Jahr 2020 stehen Ausbildungen für den Boxer in Litauen und Australien sowie für den Schützenpanzer Puma bei der Bundeswehr im Fokus.

Mehr als nur ein Technologiekonzern

Rheinmetall entwickelt nicht nur innovative Technologien und Produkte, sondern berät und begleitet seine Kunden auch bei der Einführung und Ausbildung von neuen Systemen.

Die jüngste Ausbildung in Jordanien markiert dabei für Rheinmetall einen Meilenstein. Zum ersten Mal wurde ein Unternehmen von der Bundeswehr beauftragt, eine Kompanie zu schulen, sich taktisch zweckmäßig in dynamischen Fahrzeugformationen- etwa raupenartiges oder überschlagenes Vorgehen oder Breitkeil - im Gelände zu bewegen und in verschiedenen Szenarien lageangepasst zu agieren. Hierzu gehörte auch das Verfahren des „Wadi-Clearing“. Diese besondere Kampfweise zum Nehmen und Kontrollieren meist ausgetrockneter Flussläufe ergibt sich aus der örtlichen Geographie und stellt hohe Anforderungen an Mensch und Material.

Dass dieses umfangreiche Ausbildungsvorhaben gelang, zeigt einmal mehr den Systemhausansatz des Technologieunternehmens für Sicherheit und Mobilität.

  • Rheinmetall AG

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