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Die Trucks

Ebenso wie die Veteranen Chris und Paul sind auch die beiden HX LKW für den Rekordversuch ein „Brite“ und ein „Australier“: Der HX 4x4 stammt aus der aktuellen Serienproduktion für den australischen Kunden und der größere HX 6x6 ist ein Prototyp der britischen Großbeschaffung, die im Jahr 2013 erfolgreich abgeschlossen wurde. Weltweit sind aktuell über 12.000 HX-Trucks in verschiedensten Varianten verkauft, beziehungsweise im Einsatz.

Rheinmetall bietet eine breite Palette an hochmobilen und geschützten LKW-Systemen an. Die Fahrzeuge aus der hochmobilen HX-Serie (Varianten 4x4 bis 10x10) gehören weltweit zu den Fahrzeugtypen mit der höchsten Einsatzerfahrung und basieren konsequent auf 40 Jahren Erfahrung in Entwicklung, Bau und Betreuung militärischer Fahrzeuge. Zentrale Merkmale militärischer Nutzfahrzeuge sind Mobilität, Robustheit, Vielseitigkeit und Funktionalität. Sie müssen selbst bei widrigsten Klimabedingungen und in schwerstem Gelände zurechtkommen.

Im Gegensatz zu vielen anderen vergleichbaren Fahrzeugen handelt es sich bei der von Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) angebotenen HX-Familie um Military-off-the-Shelf (MOTS)-Produkte. Sie kombinieren erprobte und zuverlässige Großserienkomponenten mit speziell auf militärische Bedürfnisse ausgelegter Technik zu maßgeschneiderten Militärfahrzeugen. Aktuell gehören unter anderem Großbritannien, Australien und Neuseeland zum Nutzerkreis, Deutschland, Schweden und Norwegen haben Aufträge in nennenswerten Größen bei RMMV platziert.

An- & Umbauten

Die Höhentauglichkeit der Fahrzeuge beträgt über 5.000 m. Normalerweise reduziert sich die Motorleistung linear um 6% je 1.000 m. Ab 5.000 m stehen 76 % Motorleistung zur Verfügung, die nicht mehr weiter reduziert werden. Bei den Höhenexpeditionsfahrzeugen wurde die Steuerung angepasst und die Reduzierung der Motorleistung vermindert. Zudem wurde die Einspritzmenge geändert und eine Senkung der Motorleistung sichergestellt, sollten die Turbolader drohen zu überdrehen.

Weitere Anpassungen:

  • Alliance Übergroße Bereifung A-390 60-55 R26,5
  • PTG Reifendruckfüllanlage (STIS)
  • Rotzler & Sepson Selbstbergewinden
  • Visual X Spezialbeleuchtung
  • Hiab Leichtbaukran für den Schutzhüttenbau und Ersatzradhandling
  • Crossmobil/ Saxas Off-Road Militär-Pritsche
  • Anpassung Motorsteuerung wegen extremer Höhe
  • Tankumbau 600l / Verlegung auf Pritsche
  • Eberspächer Luftzusatzheizung D4Power + Höhenkit
  • Betriebsstoffe für niedrige Temperaturen
  • Dinitrol Schwere Konservierung / Steinschlag

Kabine

Der HX kann mit unterschiedlichen Kabinentypen ausgestattet werden, die sich durch Ergonomie und ein hohes Raumangebot auszeichnen und konsequent für anspruchsvolle militärische Nutzung entwickelt wurden. Die Kabinen sind als ungeschützt, mit modularem Schutzpaket oder auch als hochgeschützte Variante mit integriertem Schutz gegen Beschuss, Minen und Sprengfallen erhältlich. In der höchsten Schutzklasse bewahrt der HX seine Besatzung auch vor chemischen, biologischen und atomaren Kampfstoffen. Je nach Einsatzzweck können die geräumigen Fahrerhäuser ausgewechselt werden um so den LKW auf die geänderte Gefahrenlage situativ anzupassen. Die identische Innenraumgestaltung und Instrumentenanordnung ermöglicht es den Nutzern im Sinne der „Train as you fight“ Philosophie ohne Umorientierung sowohl geschützte als auch ungeschützte LKW zu führen. Alle Kabinen sind für eine Standardbesatzung von bis zu drei Personen ausgelegt.

Fahrerhausdach

Je nach Variante ist das Fahrerhausdach mit einer Runddachluke versehen, speziell verstärkt und begehbar. Zur Selbstverteidigung und zum Konvoischutz können so neben Drehringlafetten auch ferngesteuerte Waffenstationen montiert werden.

EMV

Die HX Fahrzeugfamilie zeichnet sich durch eine für ihre Klasse beispiellose elektromagnetische Verträglichkeit aus. Die Störanfälligkeit des Fahrzeuges und der Geräte durch äußere Einflüsse (Jammer, etc.), wie auch die elektromagnetische Signatur der HX Serie und somit deren Ortung und Erfassung wurde durch weitreichende Maßnahmen auf ein Minimum reduziert.

Achse

Die neuste HX-Generation hat eine verstärkte Vorderachse, die Lasten von bis zu 11 Tonnen trägt. Sie ermöglicht unter anderem die Verwendung hochgeschützter Kabinen mit entsprechend hohem Gewicht. Somit verfügt der HX über ausreichend Aufwuchspotenzial um auch umfangreiche Funk- und Führungsausstattungen oder andere Systeme zu integrieren. Eine Achsverschränkung von bis zu 400 Millimetern ermöglicht sowohl hohe Geschwindigkeiten im Gelände als auch herausfordernde Hindernisüberschreitungen. Selbst in der höchstgeschützten Variante und unter voller Zuladung ist der HX ohne Einschränkungen in der Offroad-Performance.

Reifen

Traktion, Bodenfreiheit und Bodendruck: Mit standardmäßiger Reifengrößen bis 16.00R20 und zusätzlich anzubringenden Gleitschutzketten ist der HX ein Champion in Sachen Fahrqualität und Mobilität in unwegsamem und anspruchsvollem Gelände.

Treibstoff

Um weltweit einsatzbereit und nicht auf die Versorgung mit hochqualitativen Dieseln angewiesen zu sein, sind alle HX-Motoren von MAN speziell entwickelt um auch Dieselkraftstoffe mit hohem Schwefelgehalt oder geringer Schmierfähigkeit zu vertragen. Zusätzlich lassen sich HX Fahrzeuge auch mit dem Flugturbinentreibstoff JP-8 bzw. F-34 betreiben, der im Rahmen der NATO Single Fuel Policy als Universalkraftstoff im Einsatzfall verwendet wird.

Wattiefe

Der HX kann Gewässer von einer Tiefe bis zu 1,50 Metern ohne Vorbereitungen durchfahren, was ihn zum Beispiel für Wasserdurchfahrten oder auch maritime Anlandeoperationen qualifiziert. Durch die ausgeprägte Watfähigkeit ist der HX auch für den dauerhaften Betrieb im Wasser z.B. im Rahmen von Hochwassereinsätzen bestens geeignet.

Motor

Der wassergekühlte MAN-Dieselmotor ist in verschiedenen Leistungsvarianten und Abgasstufen verfügbar, einschließlich der Typen D0836 (340 PS), D2066 (440 PS), D2676 (540 PS) und D2868 (680 PS). Die Motorensteuerung ist auf die militärischen Einsatzanforderungen speziell angepasst.

Kühler

Während sich der Motor konventionell in Längsrichtung zwischen den Trägern des Fahrgestells befindet, ist der Kühler an der Rückseite des Fahrerhauses angebracht. So ist er besser vor Beschädigungen und Blockierungen, etwa durch Schlamm, geschützt und erhöht signifikant die Geländegängigkeit des Fahrzeuges durch einen größeren Böschungswinkel und entsprechende Watfähigkeit. Diese Konstruktion ermöglicht zudem die Verwendung eines größeren Kühlers, was die Einsatzfähigkeit in heißen Klimazonen deutlich verbessert.

Rahmen

Der speziell entwickelte, militärische Rahmen ist auf kompromisslose Geländeeinsätze unter höchsten Lastfällen und Beanspruchungsspitzen ausgelegt und ist ein maßgebliches Unterscheidungsmerkmal zu militarisierten zivilen Fahrgestellen.

Aufbauten

Auf den hinteren Bereich des HX können je nach Verwendungszweck eine Vielzahl von Aufbauten integriert werden. Typische Systeme sind zum Beispiel Pritschen, Hakenladesysteme, Kipper, oder Containeraufnahmen. Aber auch Spezialverwendungen als Tankfahrzeug, Bergefahrzeug mit Kran oder als Brückenleger sind möglich.

Lebensdauer

Durch umfangreiche und ausgiebige Testzyklen, die jede HX-Variante während der Entwicklung durchlaufen musste, verfügt der HX über eine hohe Lebensdauer auch unter härtester Beanspruchung in allen Einsatzbereichen.

Klimabedingungen

Aufgrund seines weltweiten Einsatzgebietes sind die Fahrzeuge der HX-Familie in alle Klimazonen von -46 bis +49 Grad Celsius betriebsfähig.

Rückblick

Die HX- und SX-Fahrzeuge haben ihre Wurzeln in den 1970er Jahren. Im Dezember 1975 beauftragte das damalige Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) MAN mit dem Entwicklungsprojekt einer LKW-Folgegeneration, den „LKW KAT I mil gl“ (Kategorie I, militarisiert und geländegängig). Zwischen 1976 und 1982 liefen diese Fahrzeuge zu. Es gab Zuladungsklassen zwischen fünf und zehn Tonnen. Als Kurzbezeichnung setzten sich die Begriffe „5-, 7- und 10-Tonner“ durch, die überwiegend als Transportfahrzeuge zum Einsatz kamen und noch in Verwendung sind.

Veränderte Anforderungen und neue Waffensysteme erforderten zwischen 1987 und 1993 eine weiterentwickelte Fahrzeuggeneration KAT IA1. Diese Fahrzeuge kamen in unterschiedlichen Varianten als Systemträger für Schwimmfaltbrücke, Faltfestbrücke, Faltstraße sowie als Trägerfahrzeuge für die Flugabwehrsysteme Roland und Patriot zur Verwendung. Stetig weiter entwickelt, bewähren sich diese Transport- und Spezialfahrzeuge bei der Bundeswehr im täglichen Einsatz und bilden bis heute das Rückgrat der taktischen Logistik.