Chemielaborant (m/w/d)
Mit Hilfe von Nitrocellulose öffnet sich ein Airbag in 20-50 Millisekunden.
Chemie hat einen hohen Einfluss in unserem Alltag. Zum Beispiel gibt es im Auto Airbags, die in Sekundenbruchteilen auslösen oder Gurtstraffer, die einen im Gefahrenfall im Sitz festhalten. Damit das funktioniert, braucht man Treibladungspulver. Das ist eines der Produkte, das in unserem Unternehmen produziert wird.
Angehende Chemielaboranten und -laborantinnen erhalten bei uns generell eine vielseitige Ausbildung. In Forschungs-, Entwicklungs-und Produktionslaboren lernen sie, chemische Untersuchungsreihen vorzubereiten und durchzuführen. Sie prüfen organische und anorganische Stoffe bzw. Produkte, untersuchen chemische Prozesse, stellen Stoffgemische her und entwickeln bzw. optimieren Syntheseverfahren von Präparaten. Bei der Analyse von Stoffen wenden sie verschiedene chemische und physikalische Verfahren an. Sie protokollieren Versuchsabläufe und werten diese am Computer aus.
Diese Aufgaben erfordern ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Da man teilweise mit gefährlichen Stoffen arbeitet, lernt man insbesondere Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutzvorschriften sorgfältig einzuhalten.
Aline und Yannick berichten Euch aus erster Hand, wie es ist, bei der Rheinmetall- Tochtergesellschaft Nitrochemie Wimmis AG eine Ausbildung zum Chemielaboranten (m/w/d) zu machen. Im Interview sprechen sie über ihren Berufsalltag, was ihnen an ihrer Ausbildung gefällt und warum sie sich für Rheinmetall entschieden haben.
Warum hast Du Dich für die Ausbildung zum Chemielaboranten (m/w/d) entschieden?
Yannick: Chemie hat mich schon in der Schule voll fasziniert. Ich wollte nicht nur Theorie büffeln, sondern live bei großen Herstellungsprozessen dabei sein und verstehen, wie die Produkte entstehen.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?
Vormittags: Ansetzen der Proben im Labor.
Yannick: Mein Arbeitstag startet damit, dass ich morgens zunächst alle Laborgeräte und Computer einschalte, die wir für den Tag benötigen. Das ist sozusagen das Hochfahren des Labors. Danach geht es an die praktische Arbeit: Ich setze die sogenannte Rohmasse und Pulvervorkonzentrat an. Das kann man sich wie Backen oder Kochen nach Rezept vorstellen, nur eben mit chemischen Stoffen in Bechergläsern.
Im Laufe des Vormittags werden noch weitere Proben vorbeigebracht, die im Labor untersucht werden müssen. Auch diese bereite ich direkt vor. Kurz vor der Mittagspause filtriere ich die Flüssigkeiten noch einmal durch, damit sie absolut sauber sind und am Nachmittag die Tests durchgeführt werden können.
Am Nachmittag folgt die Detektivarbeit:
Yannick: Nach dem Mittagessen starte ich mit der Analyse. Jetzt untersuche ich die Proben, die ich am Morgen vorbereitet habe. Dabei benutzen wir bei uns moderne Messgeräte und Computer, um wichtige Dinge herauszufinden. Stimmt die Qualität? Ist das Produkt stabil? Ist genau das drin, was drin sein soll?
Die Ergebnisse gebe ich am Ende in den Computer ein, denn eine gute Chemielaborantin bzw. ein guter Chemielaborant muss die eigenen Entdeckungen natürlich auch genau aufschreiben.
Welche Aufgaben machen Euch am meisten Spaß und warum?
Aline und Yannick: Wir finden es toll, dass wir selbst schon Schülerpraktikantinnen und -praktikanten Dinge erklären dürfen. Dadurch verinnerlichen wir das Erlernte selbst noch besser.
Was hat Dich am meisten überrascht?
Yannick: Dass der Job nicht nur im Labor stattfindet. Man verbringt doch einiges an Zeit am Computer, um Messungen auszuwerten und Protokolle zu schreiben. Das macht die Arbeit aber auch extrem abwechslungsreich.
Welche Skills oder Eigenschaften sind in Deinem Beruf besonders wichtig?
Yannick: Aus meiner Sicht sind Aufmerksamkeit und Geduld die wichtigsten Eigenschaften. Ansonsten würde ich noch raten, Englisch zu lernen. Das ist doch nützlicher als gedacht.
Wie ist das Miteinander im Team?
Aline und Yannick: Wir haben uns von Anfang an im Team wohlgefühlt. Das war letztlich auch ausschlaggebend für die Bewerbung.
Bekommst Du auch Unterstützung, wenn mal etwas nicht direkt klappt?
Yannick: Wenn etwas nicht funktioniert, ist das kein Problem, denn ich kann jederzeit mein Ausbildungsteam oder meine Kolleginnen und Kollegen um Hilfe bitten.
Welche Tipps würdest Du Schülerinnen und Schülern geben, die sich für diesen Weg interessieren?
Aline: Schülerinnen und Schüler sollten sicherlich Interesse an Chemie, Physik und Biologie haben. Aber auch an Mathematik.
Gibt es auch besondere Highlights während der Ausbildung?
Yannick: Es gibt immer einen Lehrlingsausflug, bei dem man etwas Tolles unternimmt. Letztes Jahr sind wir beispielsweise Paintball spielen gegangen und haben anschließend gemeinsam gegessen. Das zählt definitiv zu meinen Highlights.
Welche Möglichkeiten hast Du nach Deiner Ausbildung bei Rheinmetall?
Yannick: Ich denke, ich werde nach der Ausbildung meine Berufsmatur machen.