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Vergütung des Vorstands

Das Vergütungssystem der Rheinmetall AG ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Auf Basis einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage werden insbesondere im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms (LTI) Anreize für eine nachhaltige Unternehmensführung gesetzt. Die Höhe der Vorstandsvergütung sowie die wesentlichen Dienstvertragselemente werden vom Aufsichtsrat der Rheinmetall AG nach Vorbereitung durch den Personalausschuss beschlossen und regelmäßig überprüft.

Der Aufsichtsrat hat das Vorstandsvergütungssystem unter Zugrundelegung sämtlicher relevanter Informationen umfassend und insbesondere dahingehend überprüft, ob die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen sowie der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg des Unternehmens – unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds – stehen und die übliche Vergütung nicht ohne besondere Gründe übersteigen.

Die Vergütung ist so bemessen, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit einen Anreiz für engagierte und erfolgreiche Arbeit bietet. Der Aufsichtsrat hat die Angemessenheit der Vorstandsvergütung zuletzt in seiner Sitzung am 25. August 2016 überprüft und in seiner Sitzung am 8. Dezember 2016 eine Anpassung an die marktüblichen Konditionen mit Wirkung zum 1. Januar 2017 vorgenommen. Eine erneute Überprüfung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung durch den Aufsichtsrat wird im Jahr 2019 erfolgen.

Die Gesamtvergütung ist leistungsorientiert und setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um eine erfolgsunabhängige Jahresfestvergütung (Fixum), eine aus einem Short-Term-Incentive-Programm (STI) und einem Long-Term-Incentive-Programm (LTI) bestehende erfolgsbezogene variable Vergütung sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen. Fixum und STI bilden im Verhältnis 60% Fixum und 40% STI das Jahreszielgehalt.

Feste Vergütung

Das Fixum wird in zwölf gleichen Teilen monatlich ausgezahlt. Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus Zuschüssen zur gesetzlichen Renten- bzw. befreienden Lebensversicherung sowie der Dienstwagennutzung.

Erfolgsbezogene variable Vergütung

Die erfolgsbezogene variable Vergütung umfasst zwei Elemente:
das STI und das LTI.

Der Zielwert (100%) für das STI basiert auf der Planung für das jeweilige Geschäftsjahr. Die Höhe ist abhängig von der Entwicklung der beiden Kennzahlen Ergebnis vor Steuern (EBT) und Gesamtkapitalrentabilität (ROCE), die je zur Hälfte als Kriterium für die Festsetzung herangezogen werden. Die Höhe der Auszahlung aus dem STI bewegt sich innerhalb einer Bandbreite von 0% bis 200% des Zielbetrags. Dabei kommen 200% des Zielbetrags zur Auszahlung, wenn der Planwert um 10% überschritten wird. Es erfolgt keine Auszahlung aus dem STI, wenn der Planwert um 30% unterschritten wird. Bei Zwischenwerten in der Zielerreichung kommt ein entsprechender Wert innerhalb der Bandbreite zur Auszahlung. Diese Zielparameter, ergänzt durch andere, finden auch bei leitenden Angestellten Anwendung, um insoweit die Einheitlichkeit und Durchgängigkeit des Zielsystems im gesamten Konzern zu gewährleisten.

Zur stärkeren Ausrichtung der Vorstandsvergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ist zudem ein LTI Bestandteil der Vorstandsvergütung. Das LTI sieht eine Ausschüttung nach Ablauf des betreffenden Geschäftsjahres vor, die auf der Berechnung des durchschnittlichen bereinigten EBT der letzten drei Geschäftsjahre basiert. Dieser Ausschüttungsbetrag ist in einen Bar- und einen Aktienanteil aufgespalten. Die Anzahl der zu gewährenden Aktien wird auf Basis eines Referenzkurses bestimmt, der den Durchschnittskurs der letzten fünf Börsentage im Februar des nachfolgenden Geschäftsjahres abbildet. Die gewährten Aktien sind mit einer vierjährigen Veräußerungssperre versehen, in der die gewährten Aktien allen Chancen und Risiken der Kapitalmarktentwicklung unterliegen. Die Sperrfrist wird aufgehoben, wenn ein Vorstandsmitglied in den Ruhestand geht.

Im Rahmen des LTI ist der für die Ermittlung des Ausschüttungsbetrages zu berücksichtigende Wert (durchschnittliches bereinigtes EBT der letzten drei Geschäftsjahre) auf maximal 300 MioEUR beschränkt. Es handelt sich mithin um einen systemimmanenten Cap. Der Baranteil dient dabei im Wesentlichen der Tilgung der durch den Erhalt der Aktien sowie des Baranteils entstehenden Steuerlast.

Das durchschnittliche bereinigte EBT für das Geschäftsjahr 2017 lag bei 305 MioEUR. Das durchschnittliche bereinigte EBT für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 betrug 386 MioEUR. Aufgrund des Cap wurden bei der Berechnung des LTI für das Geschäftsjahr 2017 lediglich 300 MioEUR berücksichtigt. Ebenso werden bei der Berechnung des LTI für das Geschäftsjahr 2018 nur 300 MioEUR zugrunde gelegt werden.

Die Anstellungsverträge sehen vor, dass der Aufsichtsrat nach freiem Ermessen im Ausnahmefall einen Sonderbonus ausschließlich gewähren kann: (i) für besondere Leistungen oder besonderen Einsatz, (ii) wenn und soweit das Vorstandsmitglied durch seine Tätigkeit in besonderer Weise einen Vorteil für die Gesellschaft geschaffen hat. Ein Anspruch der Vorstandsmitglieder auf die Gewährung dieses Sonderbonus besteht nicht. In dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 wurde den Mitgliedern des Vorstands kein Bonus gewährt.

Neben den Bezügen bestehen eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung sowie eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung), wobei grundsätzlich ein Selbstbehalt von 10 % des Schadens bzw. in Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung vereinbart wurde.

Die Vorstandsverträge sehen für den Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, eine Ausgleichszahlung vor. Diese ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt (Abfindungscap) und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags.

Die Mitglieder des Vorstands haben im Geschäftsjahr 2018 sowie im Vorjahr keine Leistungen oder entsprechenden Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf die Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

Gesamtvergütung des Vorstands

Die Einzelheiten der Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2018 in individualisierter Form sowie die auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands entfallenden Pensionszusagen sind der nachfolgenden Tabelle ebenso zu entnehmen wie die jeweiligen Werte des Vorjahres:

Die variable Vergütung sieht keinen Mindestbetrag vor, sie ist jedoch nach oben begrenzt. Die Vergütung aus dem STI kann bei dem Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger bis zu 1.600 TEUR, bei Helmut P. Merch bis zu 880 TEUR, bei Horst Binnig bis zu 800 TEUR und bei Peter Sebastian Krause bis zu 616 TEUR betragen. Im Rahmen des LTI kann die Vergütung bei dem Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger bis zu 1.650 TEUR, bei Helmut P. Merch und Horst Binnig jeweils bis zu 825 TEUR und bei Peter Sebastian Krause bis zu 578 TEUR betragen.

Auf der Basis des sich für Ende Februar 2018 ergebenden Referenzkurses von 109,07 EUR wurden am 3. April 2018 mit Valuta 30. März 2018 im Rahmen des LTI für das Geschäftsjahr 2017 insgesamt 16.158 Aktien an den Vorstand der Rheinmetall AG übertragen. Der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger erhielt 6.876 Aktien, Helmut P. Merch und Horst Binnig jeweils 3.438 Aktien sowie Peter Sebastian Krause 2.406 Aktien. Die Übertragung der Aktien im Rahmen des LTI für das Geschäftsjahr 2018 erfolgt Anfang April 2019 auf Basis des Referenzkurses Ende Februar 2019.

Pensionen

Zum 1. Januar 2014 sind die leistungsorientierten Pensionszusagen in Form einzelvertraglich zugesagter Ruhegeldbeträge durch bausteinorientierte Leistungszusagen abgelöst worden. Für die amtierenden Vorstände gilt zudem eine Überleitungsregelung. Die Höhe der Leistungszusagen bestimmt sich nach einem Anteil am Jahreszieleinkommen und beträgt im Schnitt 27,5 %. Das Pensionsalter liegt bei dem vollendeten 63. Lebensjahr. Für künftige Ansprüche hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet.

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