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Ganzheitlicher Ansatz zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft von Munition und Sprengstoffen in den USA

24/04/2026 | Story

Moderne Munition im Eiltempo: Rheinmetalls ganzheitlicher Ansatz für die einsatzkritische Verfügbarkeit von Munition und Sprengstoffen

Eine neue Ära für die Kampfkraft der Soldaten

Moderne Konflikte haben sowohl die Anforderungen an Munitionslieferanten als auch die Geschwindigkeit, mit der diese Fähigkeiten bereitgestellt werden müssen, grundlegend verändert. Jahrzehntelang akzeptierte die US-amerikanische Verteidigungsindustrie lange Entwicklungszeiten, strukturierte die Produktion über fragmentierte Netzwerke von Auftragnehmern, arbeitete ohne eine einzige Stelle, die für die Integration über den gesamten Lebenszyklus verantwortlich war, und verließ sich auf Kapazitätsreserven, die weitgehend nur theoretisch bestanden und nicht operativ nutzbar waren.

Um diese Defizite zu beheben und die heimische Produktion zu beschleunigen, ist ein anderes Produktionsmodell erforderlich – eines, das die derzeitige US-Regierung entschlossen ist aufzubauen.

„Unzureichende modernisierte Kapazitäten und Lücken bei fortschrittlichen Fähigkeiten bleiben die Haupthindernisse“, so Chris Battagliese, Senior Director of Business Development bei American Rheinmetall Munitions. „Die Herausforderung besteht darin, schnell zu liefern, für Spitzenauslastungen zu skalieren und eine von Anfang an optimierte Munition zu entwickeln.“ 

Als führender Systemintegrator hat Rheinmetall diese Herausforderungen weltweit angegangen, indem das Unternehmen die Fähigkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energetik weiterentwickelt hat – vom Anlagenentwurf und der Treibmittelformulierung über die Projektil- und Treibmittelproduktion bis hin zur Demilitarisierung, Delaborierung und Entsorgung. American Rheinmetall Munitions ist nun in der Lage, dieses integrierte, ganzheitliche Modell auf die US-amerikanische Verteidigungsindustriebasis anzuwenden – mit der angesichts der aktuellen Herausforderungen erforderlichen Geschwindigkeit und Skalierbarkeit.

 

Modernisierung in Aktion: Rheinmetalls Munitionsinnovation

Wird Munition von den Waffensystemen isoliert entwickelt, führt dies zu Leistungslücken. Diese lassen sich durch eine bloße Steigerung der Produktion allein nicht beheben. Wenn es den Konstrukteuren nicht gelingt, die Munition von Anfang an auf das Waffensystem, die Feuerleitung und die bedienerspezifischen Anforderungen abzustimmen, ist die Gesamteffektivität von vornherein eingeschränkt. Rheinmetall hat einen anderen Ansatz gewählt. Das Unternehmen entwickelt Munition als Teil eines integrierten Systems und stimmt Projektil, Abschussplattform, Feuerleitung und operative Überlegungen von Anfang an aufeinander ab, anstatt zu versuchen, sie nachträglich in Einklang zu bringen.

Ein Beispiel dafür ist das 155-mm-Supercharge-Treibmittel von Rheinmetall. Da die U.S. Army auf mit dem Vorhaben Mobile Tactical Cannon (MTC) auf ein radbewegliches Geschütz umstellt, um die gezogene Haubitze M777 zu ersetzen, wird die Reichweite zu einer entscheidenden Anforderung. Rheinmetall hat die Supercharge-Treibladung so entwickelt, dass diese den Druckspezifikationen seines L52-Geschützes entspricht. Dies erhöht die effektive Reichweite präzisionsgelenkter Munition, indem es die Reichweitenverringerung ausgleicht, die typischerweise durch Kurskorrekturzünder verursacht wird. Das Supercharge-Treibladungssystem wurde für die Kompatibilität mit den Rohrlängen der aktuellen und der nächsten Geschützgeneration entwickelt – einschließlich der für die MTC L52 vorgesehenen Kanone – und ermöglicht es der Munition, auf neue Reichweiten zu kommen. 

Rheinmetalls 40-mm-Medium Velocity (MV)-Munition – vorgesehen für die abgesessen kämpfende US-Infanterie – überträgt dieselbe integrierte Designphilosophie auf einen grundlegend anderen Einsatzzweck. Die MV-Munition ist das Kernelement für das Precision Grenadier System (PGS). Die MV Patrone basiert auf einer ausgereiften Zündertechnologie und einem für den schultergeschossenen Einsatz angepassten High Velocity-Treibsatz. Hierdurch erzeugt sie eine flachere Flugbahn und eine kürzere Flugzeit als herkömmliche 40-mm-Geschosse im Low-Velocity-Bereich. Dies führt zu einer hohen Erstschusstreffer-Wahrscheinlichkeit auf größere Entfernungen. Zudem lassen sich mehrere Geschosse in schneller Folge auf das Ziel bringen – und dies mit einer höheren Durchschlagskraft als sie vergleichbare schultergeschossenen 25-mm- und 30-mm-Granatwerfer aufweisen.

Brent Martin, Business Development Manager bei American Rheinmetall Munitions, fasst es am besten zusammen. Sie bietet die Präzision und Durchschlagskraft, die Soldaten benötigen. Mit dem ausgereiften, bereits im Einsatz befindlichen System steht der US-Regierung sofort eine Waffen- und Munitionsfamilie zur Verfügung.“

Der schultergeschossene automatische Granatwerfer SSW40 von Rheinmetall, die MV-Geschosse und ein speziell entwickeltes Feuerleitsystem mit Drohnenbekämpfungssoftware bilden ein ausgereiftes System of Systems, das derzeit in NATO-Ländern im Einsatz ist. Das gesamte MV-Munitionsportfolio umfasst zehn verschiedene Geschossvarianten, darunter Geschosse mit Air Burst-Fähigkeit (HEAB), Mehrzweckgeschosse, oder Mehrzweck-Spreng-Splittergeschosse (HEDP) mit einer Durchschlagskraft von 10 cm RHA für den Einsatz gegen leichte und mittlere Panzerungen sowie ballistisch angepasste Übungsgeschosse. 

Für das Precision Grenadier System (PGS)-Programm der US-Armee hat Rheinmetall die HAMMR (Highly Accurate Multi-Mission Rifle) entwickelt. Auf der SSW40-Plattform aufbauend, erfüllt die HAMMR die Anforderungen hinsichtlich Feuerrate und effektiver Reichweite und bleibt dabei unter den festgelegten Gewichtsgrenzen. Die 40-mm-MV-Patrone und das Feuerleitsystem Aimpoint FCS15 wurden parallel zur Waffe entwickelt, wobei jede Komponente von Anfang an als Teil eines integrierten Systems optimiert wurde, anstatt unabhängig beschafft und nachträglich integriert zu werden.

Durch die Verlängerung der effektiven Einsatzreichweite verbessert das Aimpoint FCS15 die Gesamtleistung des Systems auf der Ebene des Infanteriegruppe. HAMMR ist zudem mit allen qualifizierten 40-mm-LV-Munitionstypen kompatibel, die derzeit im Bestand der US-Armee sind. Hierdurch verringert sich das Integrationsrisiko und die bestehende Logistik bleibt erhalten. Das System verbindet erhöhte Durchschlagskraft mit verbesserter Überlebensfähigkeit, indem es Gefechte aus größerer Entfernung ermöglicht und gleichzeitig ein Rückstoßverhalten aufweist, das ein anhaltendes, effektives Feuern ermöglicht. Bemerkenswert ist, dass das FCS15 auf dem FCS14 basiert. Dieses ist auf dem Technology Readiness Level 9 und bereits beim US Marine Corps im Einsatz.

„Wir haben uns dafür entschieden, ein System of Systems – Waffe, Feuerleitsystem und Munition – zu entwickeln, um die Effektivität und Durchschlagskraft der Komponenten zu maximieren. Dieser Ansatz stellt sicher, dass unsere Soldaten über die Fähigkeiten verfügen, die sie benötigen, um auf dem Gefechtsfeld die Oberhand zu behalten.“

Terry Russell

Vice President of Business Development bei American Rheinmetall Munitions, Inc.

Schnelle Markteinführung: Lieferung im operativen Tempo 

Russlands Invasion in der Ukraine hat deutlich gemacht, wie schnell in modernen Konflikten Munition verbraucht wird und wie schlecht die meisten westlichen Industriemodelle darauf vorbereitet waren. Beide Seiten setzten Artillerie in einem Ausmaß ein, das die Planungsannahmen der NATO überstieg. Die schnell aufgebrauchten Lagerbestände machten deutlich, wie abhängig die verbündeten Nationen von einer Produktionsinfrastruktur geworden waren, die den plötzlich gestiegenen Bedarf nicht decken konnte.

Rheinmetall erkannte diese Lücke frühzeitig und handelte schnell. Das „Werk Niedersachsen“ in Unterlüß, das jährlich bis zu 350.000 Geschosse im Kaliber 155mm produzieren kann, wurde in nur 15 Monaten errichtet. Gleichzeitig führte eine umfassende Modernisierung des Sprengstoffwerks in Aschau, innerhalb von 18 Monaten zu einer Steigerung der Produktionskapazität für Treibmittel um 40 Prozent. Die Übernahme des Nitrocellulose-Werks Hagedorn sorgte für zusätzliche Treibmittelherstellungskapazitäten in Europa. 

Die Aktivitäten gingen über die Artillerie hinaus. Rheinmetall steigerte gleichzeitig in Rekordzeit die Produktion von Panzer- und Mittelkalibermunition und deckte damit das gesamte Spektrum des Bedarfs ab, den moderne Konflikte offenbarten. Rheinmetall hat derzeit weltweit 13 Fabriken im Bau, wobei sich die gesamte Produktionspräsenz für Munition und Sprengstoffe auf 46 Standorte weltweit erstreckt. 

„In den Vereinigten Staaten dauern große Modernisierungsvorhaben bis zu sechs Jahre. Wir haben es in 18 Monaten geschafft“, sagt Battagliese mit Blick auf die Modernisierung der deutschen Sprengstoffanlage. „Das ist in den USA beispiellos.“

Diese Geschwindigkeit beruht darauf, wie Rheinmetall seine Produktionsanlagen skaliert. Bewährte Anlagenkonzepte, die die Produktion von Sprengstoffen und Artilleriegeschossen, die Energie- und Emissionsplanung, Umweltkontrollen sowie die modulare Systemkonfiguration abdecken, werden für jede neue Anlage angepasst und eingesetzt, anstatt von Grund auf neu aufgebaut zu werden. Aus technischer Sicht ist alles von Beginn jedes Einsatzes an digitalisiert, was den Anlagenbetreibern Einblicke in Echtzeit in die Produktionsprozesse verschafft und ihnen die Möglichkeit gibt, Probleme zu erkennen und zu beheben.

Battagliese verweist zudem auf die Partnerschaftsstrategie von Rheinmetall, die für schnelle Ergebnisse sorgt:

„Wir setzen gezielt auf spezialisierte Partner, um keine Zeit zu verlieren. Wir werden unser Team nicht einfach vergrößern, nur um zu zeigen, dass wir ein größeres Team haben. Schnelligkeit ist das A und O. Und das bedeutet, zu wissen, wann das Fachwissen unserer Partner uns schneller ans Ziel bringt, als wenn wir ein eigenes Team aufbauen würden.“

Chris Battagliese 

Senior Director of Business Development bei American Rheinmetall Munitions, Inc.

Das gesamte Munitions-Ökosystem: Rheinmetall als Systemintegrator

Das derzeitige fragmentierte Ökosystem für Munitionskapazitäten – in dem Treibmittel, Hülsen und Komponenten von separaten Auftragnehmern mit minimaler Koordination entwickelt und beschafft werden – hat sich als unzureichend erwiesen, um die Einsatzbereitschaft der industriellen Basis sicherzustellen. Um den Soldaten schneller die benötigten Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, ist eine Kontrolle über den gesamten Lebenszyklus hinweg erforderlich – von der Forschung und Entwicklung über die Konstruktion, Prüfung, Produktion und Integration bis hin zur Instandhaltung. 

Als führender Systemintegrator behält Rheinmetall diese Kontrolle im eigenen Haus.

„Die US-Armee hat es lange Zeit vorgezogen, als führender Systemintegrator zu agieren und Artillerietreibmittel an einen Auftragnehmer, verbrennbaren Hülsen an einen anderen und Metallteile an einen weiteren zu vergeben. Dies hat zwar den notwendigen Wettbewerb auf dem Markt gefördert, doch Nachteile zeigten sich bei Geschwindigkeit und möglicherweise der Systemleistung“, so Russel. „Da wir vertikal integriert sind, optimieren wir Treibstoff, Zünder, Hülse und Abschussplattform – alles wird gemeinsam entwickelt und aufeinander abgestimmt. Die Leistung spricht für sich, ebenso wie der Zeitplan für die Einführung. Darüber hinaus optimieren wir das Treibmittel und das Projektil für die Kanone, um eine maximale Reichweite zu gewährleisten.“

Die HAMMR-Lösung zeigt, wie Rheinmetalls Systemintegration in der Praxis aussieht. Ein Waffensystem, das von mehreren Auftragnehmern entwickelt wird – mit Munition von einem, Feuerleitung von einem anderen und der Waffenplattform von einem dritten – würde sich immer noch in der Integrationsphase befinden, wobei jeder Lieferant seinen eigenen Zeitplan und seine eigene Lieferkette verwaltet, ganz zu schweigen von seinen eigenen Produktionsbeschränkungen. Wenn die Nachfrage steigt oder Komponenten in großem Umfang ausgetauscht werden müssen, werden diese Schnittstellen zum Problem. Rheinmetall kontrolliert den gesamten Lebenszyklus. Das bedeutet, dass es keine Schnittstellen zu verwalten gibt.

 

American Rheinmetall Munitions: Das bewährte System in die USA bringen

American Rheinmetall Munitions überträgt das globale Modell von Rheinmetall auf US-spezifische Programme und passt dabei das in Europa bewährte Know-how in den Bereichen Anlagenplanung und Produktionsmethoden an die Anforderungen der heimischen Verteidigungsindustrie an. Und der Bedarf ist dringend. Die USA sind derzeit auf ein einziges Werk in Kanada angewiesen, um die Artillerietreibmittel herzustellen, welche in den modularen Treibladungssystemen des US-Militärs verwendet werden. Die einzige inländische Anlage, die ein-, zwei- und dreibasige Treibladungen produzieren kann, ist die Radford Army Ammunition Plant in Virginia. Die Infrastruktur dieser Anlage ist veraltet und ihre Fertigungsprozesse in vielen Fällen mehr als 50 Jahre alt.

Rheinmetall hat bereits solche Situationen gemeistert. Das Unternehmen hat wiederholt leistungsschwache Anlagen übernommen und sie in einem Tempo auf volle Produktionskapazität gebracht, mit dem das traditionelle US-Beschaffungsmodell nicht mithalten konnte. In den USA wurden in einer kürzlich vor dem House Armed Services Committee abgegebenen Stellungnahme der Armee komplexe Genehmigungsanforderungen, die Personalentwicklung sowie die Koordination zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden als systemische Hindernisse für den Ausbau der heimischen Munitionsproduktion identifiziert. American Rheinmetall Munitions greift bereits direkt auf Rheinmetalls Erfahrungen aus dessen weltweiten Einsätzen zurück, um diese Herausforderungen anzugehen, führt Standortbewertungen durch und befasst sich mit den für die heimische Sprengstoffproduktion spezifischen regulatorischen und infrastrukturellen Aspekten.

„Die Erfahrungen, die wir bei der Planung unter den Bedingungen begrenzter Infrastruktur im Ausland gesammelt haben, lassen sich direkt auf das übertragen, was uns an Standorten wie diesem erwartet“, so Battagliese mit Blick auf das Werk in Radford. „Genau diese Art von Erfahrung ist es, was ältere US-Anlagen benötigen.“ 

„Es geht hier nicht darum, Versprechungen für eine ferne Zukunft zu machen. Wir haben eine nachgewiesene Erfolgsbilanz, die 13 weltweit im Bau befindliche Fabriken sowie Anlagen umfasst, die innerhalb von Monaten und nicht Jahren fertiggestellt und in Betrieb genommen wurden.“ 

Terry Russell

Vice President of Business Development bei American Rheinmetall Munitions, Inc.

Bereit zur Lieferung

Rheinmetall hat neu definiert, was es bedeutet, ein Munitionslieferant zu sein. Sein Modell basiert auf der Kontrolle des gesamten Lebenszyklus, vom Treibmittel und dem Geschoss bis hin zum Feuerleitsystem und der Anlage, in der diese hergestellt werden – und das in einem Tempo, das das traditionelle Beschaffungsmodell nicht erreicht hat.

Und nun baut American Rheinmetall Munitions diese Zukunft auf amerikanischem Boden auf und setzt Rheinmetalls globale Erfolgsbilanz in US-amerikanische Kapazitäten um – und zwar in dem Tempo, das die Verteidigungsindustrie verlangt. Die Regierung hat eine grundlegende Änderung der Art und Weise gefordert, wie Munition beschafft und produziert wird. American Rheinmetall Munitions ist bereit und in der Lage, jetzt schnell und in großem Maßstab für die Vereinigten Staaten zu liefern.

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Erfahren Sie hier mehr über die Rheinmetall-Tochtergesellschaft American Rheinmetall Munitions, Inc.

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