05.08.2021

Rheinmetall: Rekordergebnis im ersten Halbjahr

Konzernumsatz wächst um rund 9%

  • Konzernumsatz steigt um rund 9% auf 2.582 MioEUR
  • Operatives Konzernergebnis nahezu verdoppelt: Mit 191 MioEUR neuer Höchstwert für ein erstes Halbjahr erreicht
  • Auftragseingang bei militärischen Fahrzeugen erreicht fast 2 MrdEUR
  • Umsatz mit zivilen Produkten wächst um mehr als 30%
  • Booked Business im Zivilgeschäft von 1.278 MioEUR
  • Operativer Free Cashflow um 342 MioEUR verbessert
  • Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten steigt von 0,32 EUR auf 2,50 EUR
  • Konzernprognose 2021: Umsatzwachstum 7% bis 9%, operative Rendite 9% bis 10%

Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern untermauert seine strategische Neuaufstellung mit einem deutlichen Zuwachs beim Umsatz im ersten Halbjahr 2021 und einem neuen Rekordwert für ein erstes Halbjahr beim operativen Ergebnis. Vor allem dank einer deutlichen Erholung im Geschäft mit zivilen Produkten gelingt es dem Technologiekonzern, das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr fast zu verdoppeln.

Gleichzeitig verzeichnet Rheinmetall auch im Geschäft mit den militärischen Kunden in Deutschland wie auch im Ausland wichtige Erfolge. Bei militärischen Fahrzeugen wurden im ersten Halbjahr wichtige Großaufträge im Wert von fast zwei Milliarden Euro akquiriert.

Erstmals legt Rheinmetall nach der strategischen Neuorientierung vom Jahresanfang nun Halbjahreszahlen vor, die nach der Aufhebung der bisherigen Spartentrennung die neue Struktur mit fünf Divisionen abbilden. Rheinmetall fokussiert sich in der neuen Aufstellung verstärkt auf zukunftsfähige Technologien und Geschäftsfelder mit großem Potenzial für eine nachhaltige Wertsteigerung. Das bisher betriebene Geschäft mit Klein- und Großkolben wird nicht fortgeführt und befindet sich in einem Verkaufsprozess.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Unser sehr gutes operatives Ergebnis zeigt, dass wir mit unserer Neuaufstellung als integrierter Technologiekonzern auf dem richtigen Weg sind. Wir sind in den Märkten erfolgreich und wir haben unsere Kosten gut im Griff. Beim operativen EBIT haben wir einen neuen Höchstwert für ein erstes Halbjahr erreicht. Das stimmt uns sehr zuversichtlich für die kommenden Monate und für das gesamte Geschäftsjahr 2021.“

Rheinmetall Konzern

Rheinmetall hat den Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 210 MioEUR oder 8,9% auf 2.582 MioEUR gesteigert (Vorjahr: 2.372 MioEUR). Währungsbereinigt betrug das Umsatzwachstum 9,3%. Der Umsatzanstieg im Konzern resultiert im Wesentlichen aus der deutlichen Erholung der weltweiten Märkte.

Beim operativen Ergebnis verzeichnete der Rheinmetall-Konzern im ersten Halbjahr 2021 eine signifikante Verbesserung. Mit 191 MioEUR hat sich das Ergebnis – gemessen am Vorjahreswert von 96 MioEUR – nahezu verdoppelt. Neben der positiven Umsatzentwicklung resultierte diese Verbesserung insbesondere aus Kostensenkungsmaßnahmen, die das Management bereits im Jahr 2020 eingeleitet hat, um den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken. Die operative Ergebnismarge hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich von 4,1% auf 7,4% verbessert.

Entsprechend positiv entwickelte sich auch das Ergebnis je Aktie für die fortgeführten Aktivitäten. Es stieg von 0,32 EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf nunmehr 2,50 EUR.

Der operative Free Cashflow hat sich im ersten Halbjahr 2021 um 342 MioEUR auf -46 MioEUR verbessert. Diese positive Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus der Ergebnissteigerung sowie aus einem vergleichsweise geringen Aufbau von Working Capital.

Vehicle Systems

Der Umsatz in der Division Vehicle Systems, die im Bereich der militärischen Rad- und Kettenfahrzeuge tätig ist, lag im ersten Halbjahr 2021 mit 870 MioEUR um rund 4% unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dies ist insbesondere auf das Auslaufen eines Projekts im Bereich der taktischen Fahrzeuge zurückzuführen. Dank drei neuer Großaufträge ist der Auftragseingang der Division gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1.425 MioEUR auf 1.973 MioEUR stark gestiegen. Besonders ins Gewicht fällt hier ein Auftrag aus Großbritannien zur Modernisierung der Kampfpanzerflotte der Armee mit einem Volumen von rund 770 MioEUR, der im zweiten Quartal eingebucht wurde. Hinzu kamen Großaufträge der Bundeswehr über neue Pionierpanzer sowie über die Modernisierung von Puma-Schützenpanzern mit einem Gesamtvolumen von rund 800 MioEUR.

Damit erreichte der Auftragsbestand der Division zum 30. Juni 2021 mit 10,5 MrdEUR einen Rekordwert.

Das operative Ergebnis ist aufgrund des Umsatzrückgangs und des Produktmixes im ersten Halbjahr 2021 von 84 MioEUR im Vorjahreszeitraum um 19 MioEUR auf
65 MioEUR zurückgegangen. Die operative Marge belief sich auf 7,5%, nachdem sie im Vorjahreszeitraum 9,3% betragen hatte.

Weapon and Ammunition

Die Division Weapon and Ammunition erzielte mit ihren Aktivitäten bei Waffensystemen und Munition im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatz von
471 MioEUR und übertraf damit den Vergleichswert des Vorjahres um 6%. Dieser Zuwachs resultiert im Wesentlichen aus höheren Munitionslieferungen an einen internationalen Kunden. Der Auftragseingang blieb mit 429 MioEUR hinter dem hohen Vergleichswert des ersten Halbjahres 2020 (624 MioEUR) zurück, der durch einen großen Einzelauftrag zur Lieferung von Artillerie-Treibladungen positiv beeinflusst war. Der Auftragsbestand belief sich zum Ende des ersten Halbjahres am 30. Juni 2021 auf 2,7 MrdEUR (30. Juni 2020: 2,4 MrdEUR).

Das operative Ergebnis der Division verbesserte sich im ersten Halbjahr 2021 von
15 MioEUR im Vorjahr um 32 MioEUR auf 47 MioEUR. Diese Ergebnissteigerung war maßgeblich durch den Umsatzanstieg und einen positiven Produktmixeffekt beeinflusst. Die operative Marge lag bei 10,0% (Vorjahr: 3,4%).

Electronic Solutions

Die Division Electronic Solutions, die Lösungen im Bereich der Verteidigungselektronik entwickelt und produziert, blieb mit einem Umsatz von 362 MioEUR um 9% hinter dem Wert des ersten Halbjahres 2020 zurück. Dies leitet sich im Wesentlichen aus dem Auslaufen eines Projekts im Bereich der Soldatensysteme für die Bundeswehr ab. Eine Aufwärtsentwicklung gab es beim Auftragseingang, er stieg von 426 MioEUR um 18 MioEUR auf 444 MioEUR. Dies entspricht einem Zuwachs von 4% gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Auftragsbestand der Division lag zum 30. Juni 2021 bei 2,4 MrdEUR (30. Juni 2020: 2,2 MrdEUR).

Trotz des Umsatzrückgangs erreichte das operative Ergebnis der Division aufgrund eines besseren Produktmixes mit 29 MioEUR das Niveau des Vorjahres. Die operative Marge verbesserte sich leicht von 7,3% im Vorjahreszeitraum auf 8,0% im ersten Halbjahr 2021.

Sensors and Actuators

Der Umsatz der Division Sensors and Actuators, die mit Komponenten und Regelsystemen zur Emissionsreduzierung und zum Thermomanagement aktiv ist, erhöhte sich um rund ein Drittel und erreichte 697 MioEUR im ersten Halbjahr 2021. Nach 521 MioEUR im Vorjahreszeitraum ist dies ein Zuwachs um 34%. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus den im Vergleich zum pandemie-belasteten Vorjahreszeitraum wieder deutlich erhöhten Kundenabrufen. Gegenläufige Effekte ergaben sich im zweiten Quartal 2021 allerdings aus der weltweiten Verknappung von Elektronikkomponenten, die zu Produktionseinschränkungen bei wichtigen Kunden führten.

Das Booked Business für das erste Halbjahr 2021 – also das künftige Umsatzpotenzial aus Kunden-projekten basierend auf schriftlichen Vereinbarungen und Rahmenverträgen – blieb mit 951 MioEUR leicht unter dem Vorjahresvergleichswert von 982 MioEUR. Von den Beauftragungen entfielen je rund die Hälfte auf neue Projekte sowie auf Verlängerungen bzw. Volumenerhöhungen bei laufenden Projekten.

Das operative Ergebnis der Division verbesserte sich im ersten Halbjahr 2021 im Vorjahresvergleich deutlich von -16 MioEUR auf 51 MioEUR. Dies entspricht einem Zuwachs von 67 MioEUR. Diese Ergebnissteigerung ist zum einen auf das Umsatzwachstum und zum anderen auf die im Zuge der Corona-Pandemie eingeführten Maßnahmen zur Kostensenkung zurückzuführen. Entsprechend erhöhte sich die operative Marge auf 7,3%, nach -3% im Vorjahreszeitraum.

Materials and Trade

Auch die Division Materials and Trade, die Gleitlager und Strukturbauteile liefert und das weltweite Aftermarket-Geschäft betreibt, hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2021 um rund ein Drittel steigern können. Das Geschäftsvolumen der Division erhöhte sich auf 320 MioEUR, nach 243 MioEUR im ersten Halbjahr 2020. Der Zuwachs beträgt damit 32% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Booked Business wuchs im ersten Halbjahr 2021 auf 327 MioEUR und verzeichnete damit einen Anstieg um 18% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil neuer Kundenprojekte am gebuchten Geschäft lag bei über 90%.

Das operative Ergebnis der Division hat sich mit 27 MioEUR im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem durch die COVID19-Krise belasteten Vorjahreszeitraum deutlich erhöht. Im ersten Halbjahr 2020 belief es sich auf 3 MioEUR. Die operative Marge stieg auf 8,5% (Vorjahr: 1,2%). 

Ausblick für 2021 wird bestätigt

Vor dem Hintergrund der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten im makroökonomischen Umfeld und im Hinblick auf die Situation auf den Beschaffungsmärkten bestätigt Rheinmetall die in der Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2021 an die neue Berichtsstruktur angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2021.

Für das Gesamtjahr 2021 erwartet Rheinmetall demzufolge ein operatives Umsatzwachstum für die fortgeführten Aktivitäten zwischen 7% und 9% (Pro-forma-Umsatz 2020: 5.406 MioEUR). Bei der operativen Ergebnisrendite prognostiziert Rheinmetall für die fortgeführten Aktivitäten eine Rendite- spanne zwischen 9% und 10% (Pro-forma-Ergebnisrendite 2020: 8,4%).





Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Diese Mitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen der Rheinmetall AG sowie den ihr derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Diese sind vielmehr von einer Vielzahl von Faktoren abhängig; sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Rheinmetall übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

Rheinmetall AG

Dr. Philipp von Brandenstein
Zentralbereichsleiter Unternehmenskommunikation
Rheinmetall Platz 1
40476 Düsseldorf
Deutschland
Telefon: +49 211 473-01
Fax: +49 211 473-4158

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